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775 Jahre Honigberg

veröffentlicht um 12.08.2015, 07:31 von Christian Chelu   [ aktualisiert: 13.08.2015, 01:53 ]

Vortrag am 09.08.2015 – Pfr. Kurt Boltres

Aus Mangel an Festrednern und aus Mangel an Zeit, sowie ein spätes Erfassen dieses Ereignisses, führt nun dazu, dass trotzallem dieses Jubiläum nicht außer acht gelassen werden darf. Somit habe ich mich hinreißen lassen, in kurzen Sätzen einiges zu sagen.
Doch was sagt man alles zu den 775 Jahren, die seit der ersten urkundlichen Erwähnung von Honigberg am 21. März 1240 vergangen sind. Ich möchte nicht die einzelnen geschichtlichen Phasen eines kirchlichen und politischen Lebens dieser Gemeinde im Laufe der Jahrhunderte beschreiben, sondern heute lediglich auf die Anfänge eingehen, die zu der Zeit der Urkunde wesentlich waren. Den Rest kann man nachlesen, und zwar in dem großen Werk der Ortsmonographie von Michael Konnerth, den weiteren Beschreibungen von Pfr. Joseph Teutsch 1755 , von Pfr. Friedrich Reimesch 1916, von Chronist und Notar Peter Horvath 1912, von Historiker Gernot Nussbächer 1990, von Wilhelm A. Baumgarten 2008 u.a. Ich habe diese Bücher alle zur Hand genommen und habe mit viel Freude so manches zusammen reimen können. Hier nun das Ergebnis für diesen Tag.

Vorgeschichte

Die Ungarn (Magyaren), waren ein kriegerisches Volk, welches bereits im 9. Jh. die panonische Tiefebene, im heutigen Ungarn, besetzt hatten. Von da aus unternahm dieses heidnische Volk etliche Überfälle, nach dem, zu damaligen Zeiten, bereits zivillisierten und christianisierten Westen. Doch sie wurden im Jahre 955 am Lechfeld, bei Augsburg von Kaiser Otto I, aufgehalten und vernichtend geschlagen. Dies war dann auch der Auslöser für die Christianisierung der Ungarn, sowie die Annahme der westlichen Kultur. Es hat jedoch noch etliche Jahrhunderte gebraucht, um das durchzuführen, was mit dem König Stefan I. von Ungarn, begonnen hatte. 

Die ungarischen Könige, in der Nachfolge, holten sich deutsche Berater und deutsche Beamte an ihren Hof, und sie verbündeten sich durch Vermählung mit den westlichen Königreichen. Weil aber die östlich eroberten Länder ziemlich dünn besiedelt blieben und die ungarischen Könige sich vor ihren Nachbarn, den Kumanen, den Petschenegen und Uzen nicht mehr sicher fühlten, kam es zur einer schrittweisen Ostkolonisierung. In Etappen ist die Besiedlung von Siebenbürgen also geschehen, und das mit einem verarmten deutschen Kleinadel und mit deutschen Siedlern. Diese wurden gerufen um diesen Landstrich an der Ostgrenze urbar zu machen und zu besiedeln. Es kamen die ersten vom Westen her, über Sachsen, über die Zips, ins Samoschtal bis nach Klausenburg und Umgebung. Das war wohl ein wesentlicher Schritt der esrten Besiedlung, wobei die ersten urkundlich erwähnten Ortschaften bei Rumes um Weißenburg (Alba Iulia) liegen. Das war um das Jahr 1052, also viel vor der Gründung Honigbergs, mehr als 150 Jahre vorher.

Doch die Kumaneneinfälle in die östlichen Gebiete von Siebenbürgen waren der Hauptgrund einer erneuten Gernzverlegung durch den König, und zwar vom Mieresch zum Alt. Die Historiker meinen hierzu, es habe bei der Ostkolonisierung 5. Gyepüs (Grenzverlegungen) gegeben. In das entstandene Niemandsland sind dann wahrscheinlich Kreuzzügler nachgekommen, solche die sich als Siedler dem I. Kreuzzug, dem Bauernkreuzzug 1096, angeschlossen hatten. Das waren Leute aus Flandern, es waren auch Wallonen unter ihnen, Bauern und Handwerker, sowie ein 
verarmter Kleinadel. Sie alle waren vor den Kriegen, vor den ausgebrochenen Hungersnöten und den Überschwemmungen in ihrem Land geflüchtet. Sie folgten dem Ruf König Geisa II. Vielleicht war unter ihnen anfangs ein religiöser Euphorismus ausgebrochen, oder sie erhielten von den Kreuzzugspredigern ein Versprechen auf gute Beute und fruchtbares Land. Man weiß es nicht.

Diese Siedler kamen von der unteren Donau her und siedelten zuerst unterhalb der Karpaten im Milcover Bistum, das war Kumanengebiet. Doch dann, Generationen später, kamen sie von König Geisa II. gerufen, durch das Alttal nach Siebenbürgen und gründeten Besiedlungen in der Hermannstädter Provinz, im Leschkircher Stuhl und Schenker Stuhl. Diesen Zuwanderern, die bereits um das Jahr 1150 nach Siebenbürgen kamen, wurden Privilegien gegeben, die später im Adreanum, dem „Goldenen Freibrief“ von 1224 bestätigt wurden.

Die anderen Völker, die vorher schon an der Ostgrenze angesiedelten wurden und als Grenzschutz bestimmt waren, um das Land vor den Kumanen von jenseits der Karpaten zu schützen, das waren Petschenegen und Szekler, die wurden je nach Grenzverlegung (Gyepü) umgesiedelt. Innerhalb von 150 Jahren gab es etwa 5 solcher Grenzverlegungen, wobei die Besiedlung des Burzenlandes in die letzte Etappe nach 1166 fiel. Dann etwa, wurde die Grenze bis in den Karpatenbogen verlegt. Das war für den König eine politisch-militärische Notwendigkeit gewesen. Denn, wie bekannt, verwüsteten 1070 die Kumanen das Burzenland, welches damals nur dünn besiedelt war, ein „entvölkertes und herrenlos gebliebenes Gebiet“. Riesige Flächen standen hier versumpft und von dichten Wäldern umgeben. Also keine vielversprechende Voraussetzungen für die Besiedlung von Honigberg.

Das Burzenland und Honigberg

Als dann am 07.05.1211, der König Andreas II., den deutschen Ritterorden ins Burzenland rief, um die Ostgrenze seines Königreiches zu schützen, gab es bereits einige Gehöfte mit Ansiedlern, sozusagen Vorreitern und Pionieren des Burzenlandes. Anzunehmen ist deshalb, dass auch hier auf Honigberger Gebiet schon einige Höfe gestanden haben, denn Honigberg wurde vom Ritterorden gleich nach 1211 zur Raststation bestimmt, um den Boten, die zwischen ihrem Hauptsitz Marienburg (Feldioara) und der Kreuzburg (bei Teliu) ihren Botendienst taten, also an der Hälfte des Weges, ein Pause zu gönnen.

Fest steht aber, dass der Ort Honigberg von dem deutschen Ritterorden als solcher gegründet wurde. Hier muss nämlich die erste Kirche von Honigberg gestanden haben. Das Burzenland wurde vom deutschen Ritterorden in 5 Verwaltungsbezirke (Filiationen) eingeteilte. Honigberg bestand damals aus 3 Zehntschaften (30 Einzelfamilien), die zusammen mit den Zehntschaften von Petersberg 3 (Sanpetru) und Tartlau 4 (Prejmer) verwaltungsmäßig zu einer Hundertschaft gehörten, das waren 10 Zehntschaften. In Honigberg legten diese 3 Zehntschaften in der Kronergasse, in der Löschgasse und in der Tartlauer Gasse ihre Höfe und Hauswirtschaften an.
Der Sitz ihrer Hundertschaft war in Tartlau. Diese Hundertschaft wurde vom deutschen Ritterorden der Kreuzburg zugeordnet und hatte als Aufgabe diese Burg zu errichten, sie instand zu halten und zu versorgen.

Diese deutschen Ritter, in weißem Rittermanten mit schwarzem Kreuz, hatten zur allgemeinen Aufgabe den Kampf gegen die Ungläubigen zu führen, die Armen und die Pilger zu versorgen, Kranke zu pflegen und Soldaten für den Schutz der Grenze zu 
stellen. Sie waren also zum Schutz gegen die Kumanen und die später heranrückenden Mongolen gerufen worden. Diesem Ritterorden wurde das Burzenland vom König Andreas II. für „immer und ewig“ verliehen. Die Zentrale des Ritterordens befand sich zu der Zeit noch in Akkon am Mittelmeer (bis 1291), der letzten Bastion im Heiligen Land, nachdem die Krezzüge der Reihe nach gescheitert waren. Im Burzenland wurde die Komtur des Ritterordens von Marienburg aus durch den Ritter Theodoricus (1212) geführt.

Nachdem die Idee, mit Hilfe der Kreuzzüge das Heilige Land von den Ungläubigen zu säubern und zurück zu erobern, gescheitert war, setzte sich der deutsche Ritterorden ein neues Ziel. Dieses bestand darin, den Osten zu kolonisieren und zu christianisieren. Der deutsche Ritterorden hatte das nötige know-how dazu. Er konnte Länder vermessen, er konnte Straßen und Burgen bauen, er konnte Kirchen bauen und Verwaltungsbezirke funktionstüchtig einrichten. Das waren Maßstäbe, die weiterhin über Jahrhunderte den Burzenländer Siedlern dienten und auch von den Honigbergern geerbt und geführt wurden. Doch die deutschen Ritter wurden dem König gegenüber überheblich. Sie wurden wegen ihrer Untreue, 1225 von hier vertrieben. Das geschah ohne Kampf, auch wenn der König mit einem gewaltigen Heer anrückte. Nur an der Kreuzburg soll es Zwischenfälle gegeben haben.

Der Name Honigberg

Unter diesen deutschen Rittern gab es Ritterbrüder, die militärische Aufgaben hatten, es gab Priesterbrüder, denen geistliche Aufgaben zustanden und es gab die anderen Brüder, die Hilfstruppen stellten und die Verwaltung der Ordensgüter zu führen hatten. Unter ihnen gab es, sagen wir, auch einen Ritter Hermann. Denn so der andere Name von Honigberg „rum. Hărman“ und ungarisch „Hérmany“.  Doch welchem Hermann der Name von Honigberg zugeschrieben wird ist nicht bekannt. 

Hat vielleicht ein gewisser Hermann eine besondere Tat in Honigberg begangen, die als Ereignis oder als erblasste Legende in dem Namen „Hărman“ seine Wurzeln fand ? Das wissen wir nicht. Eines ist jedoch sicher: Hermann ist kein rumänischer Name ! Das dürfen wir heute laut und offen sagen.

Man könnte auch annehmen, dass der Gründer des Ortes Honigberg, dem Ordensmeister Hermann von Salza so sehr ergeben gewesen war, dass er ihm zu Ehren den Ort etwa Hermannsplatz nannte, wie auch Hermannstadt früher „Hermannsdorf“ hieß. Dies ist wohl damals in der Hoffnung geschehen, mit Hilfe der Ritter im Burzenland einen eigenen Ordensstaat zu gründen, nur dem Papst untertan. So kann dieser Ort nach diesem Hermann benannt worden sein. Der Großprior Hermann von Salza hat mit großer Wahrscheinlichkeit das Burzenland nie betreten.

Wir können aber auch annehmen, dass dieser Hermann, einer von den Lokatoren, den Siedlerführern und Gräfen, gewesen ist. Dieser Lokator, einer der siebenbürgischen Gräfen, hat die Ansiedler der 2. und 3. Generation, als sekundäre Ansiedler aus dem Schenker und Löschkircher Stuhl, oder auch aus Nösen, nach Honigberg geführt. Der Name Graef ist noch in Honigberg anzutreffen. 

Was jedoch nicht mit dem Namen Hermann in Verbindung gebracht werden kann, und ebenfalls zu den Gründungselementen gezählt wird, sind die Buchstaben FT, die wir erst 1688 auf einem Siegel von Honigberg sehn können. Ob diese Initialien auf einen Erbgräfen von Honigberg deuten, oder dem „frater Theodericus“ oder „frater 
Teutonicus“, zugeordnet werden können, ist nicht gewiss. Theodericus war den Urkunden nach Verwaltungsmeister des Burzenlandes. In solchen ungenauen Daten ist es immer faszinierend zu spekulieren. Interessant ist es dennoch zu wissen, dass diesem „frater Theodericus“ hier im Burzenland 12 Ritter zur Seite standen, mitsamt ihren Familien, Soldaten, Dienern und dem ganzen Gefolge.

Manche Historiker sprechen auch von „terra favi“ (ist übersetzt Honigerde), weil es am Honigberg angeblich viele wilde Bienenschwärme gegeben haben soll und der Bach, der vom Lempesch her durch Honigberg fließt, auch Honigbach heißt. Andere Historiker leiten den ungarischen Namen „Hérmany“ von einer reichen Quelle ab, die den Honigbach und das nebenan gelegene Sumpfgebiet mit Wasser speiste.

Besiedlung

Wie bereits erwähnt, hat es vor der Übernahme des Burzenlandes 1211 durch den deutschen Ritterorden schon etliche Niederlassungen hier gegen, aber diese waren nur spärlich. Mit dem deutschen Ritterorden kam es jedoch zu einer planmäßigen Besiedlung und zur Gründung von mehreren Ortschaften, insgesamt sollen es 13 gewesen sein, darunter auch von Honigberg. Woher die Honigberger Siedler nun kamen, lässt sich nicht genau sagen. Ihrer Hattergröße nach zu urteilen, gehörte Honigberg jedoch zu den erst gegründeten Orten des Burzenlandes, denen aus diesem Grunde viel Land zugesprochen wurde. Honigberg hatte 6.023 ha Fläche. Die später gegründeten Ortschaften erhielten weniger.

Die Honigberger waren in der 2. oder 3. Generation, nach der Besidlung von Siebenbürgen, etwa vom Altland (Hermannstadt-Leschkirch-Schenk) ins Burzenland gerufen worden. Das tat der deutsche Ritterorden, Ihm war 1222 eigentlich verboten gewesen, dies zu tun. Er durfte Siedler / Kolonisten aus den Primärsiedlungen (Altland) zwischen Mieresch und Alt, nicht anwerben, um sie ins Burzenland zu bringen, obwohl diese Ortschaften nach 3 Generationen absolut in der Lage gewesen waren, Leute dafür abzugeben. Also kamen einige Siedler nach dem Jahr 1211 hierher.

Eine zweite Variante der Honigberger Abstammung wäre der Zusug durch den Bosauer Pass. Denn beim gescheiterten Kreuzzug hatten sich Anhänge deutscher Siedler abgetrennt und haben versucht in der Bosauer Gegend, dem Milcover Bistum Fuß zu fassen. Sie wurden hier, was anzunehmen ist, schon Jahrzehnte vor der Schenkung des Burzenlandes, von dem deutschen Ritterorden beraten und betreut. Es ist nämlich bekannt, dass der I. Kreuzzug 1096 vom Kaiser von Byzanz an der Donau  zum Teil gestoppt wurde und die Siedler, die dem Kreuzzug folgten, dann nordwärts zogen, noch beseelt von christlichem Schwärmertum und einem weltlichen Gewinnstreben. Dieser Teil von Kreuzzüglern siedelte sich im Süden der Karpaten an, und zog ab 1154 ins freie Altland (Hermannstadt-Leschkirch-Schenk) oder bereits über den Bosauer Pass ins Burzenland. Auch diese Siedlergruppe, denen es in der neuen Gegend, weil es Kumanengebiet war, gefährlich wurde, könnte ein Teil der ersten Siedler von Tartlau, Honigberg und Petersberg gewesen sein. Auch ist bekannt, dass die deutschen Ritter über die Kumanen 1224 einen bedeutenden Sieg errungen hatten, so dass dem Orden erst ab diesem Datum erlaubt wurde steinerne Burgen zu bauen und nicht Holzburgen, wie bisher. Dass sie dieses schon früher getan haben, ist wohl auch ein Grund dafür, dass sie aus dem Burzenland weichen mussten, da sie das Vertrauen des Königs missbraucht hatten. Die „terra borza“, die vor 1211 eigentlich Niemandsland gewesen war, konnte am 12.01.1223 in einer Urkunde schon eine erhebliche Anzahl von Geistlichen vorweisen. Einige zogen mit dem Ritterorden weiter, andere blieben bei den 
Siedlern zurück.

Eine dritte Möglichkeit der Honigberger Herkunft ergibt sich aus der Besiedlung durch deutsche Siedler aus der 3. oder 4. Generation aus Nordsiebenbürgen. Sie wurden auch gerufen und kamen aus der Reener Gegend, aus einem unfreien Komitats - und Adelsboden. Sprachähnlichkeiten soll es geben.

Und nicht zuletzt gab es noch Zuzüge von Siedlern aus deutschen Gebieten im Laufe der nächsten Jahrzehnte. Auch aus anderen europäischen Ländern, kamen womöglich Siedler. Sie sind aber in der Mehrheit, der sich bildenden sächsischen Bevölkerung untergegangen. So ist die französische und wallonische Sprache in den ersten Jahrhunderten bereits verschwunden. Nur etliche Ortsnamen in Siebenbürgen weisen noch darauf hin.

Urkunden

Also gehört das Burzenland und somit auch Honigberg zu den Sekundärsiedlungen Siebenbürgens. Die Siedler von Honigberg kamen ab 1160 aus dem Binnenland (Altland und Nordsiebenbürgen) und einige über den Bosauer Pass.  Ihnen wurden dieselben Freiheiten zugesichert, wie auch den ersten Einwanderern. Ihre erhaltenen Privilegien sind einzigartig in der Siedlungsgeschichte der Völker. Diese wurden später von König Andreas II., in der Schenkungsurkunde an den deutschen Ritterorden vom  07.05.1211, nochmals bestätigt. Und von Neuem wurden diese Freiheiten durch den König im „Adreanum“ vom 21.03.1240, durch König Bela IV., unterzeichnet. Hier ist von einer Schenkung der Orte Marienburg, Honigberg, Petersberg, Tarlau an den „heiligen und ehrwürdigen Konvent der Zisterzienser mit allen Rechten und Einkünften“ die Rede. Der Zisterzienser Mönchsorden hat nämlich nach dem Abgang des deutschen Ritterordens das geistliche Vaakum im Burzenland ausgefüllt. 

Bei dieser ersten Erwähnung des Ortes Honigberg, als „montem melis“ (Honigberg), erhalten die Zisterzienser, die im Kirchenbau tätig waren und im Bau der Honigberger Kirche bedeutende Dienste geleistet haben, das Patronatsrecht über Marienburg, Honigberg, Petersberg, Tartlau. Der Baustil dieser Kirchen zeugt ebenfalls davon. Mit den Zisterziensern, ihr Hauptsitz lag in Kerz, hatte der deutsche Ritterorden schon viel früher freundschaftliche Beziehungen. Die Zisterzienser beschäftigten erstens eine eigene Bauhütte und zweitens, war die Gestaltung des kirchlichen Lebens am Wirkungsort und die Sicherung dieser Tätigkeit, eine ähnliche Aufgabe, wie die der Rittern.

Die ersten deutschen Siedler, ob sie nun ins Altland oder Burzenland  kamen, wurden in den päpstlichen Urkunden sowohl „flandrenses“ als auch „teutonici“ genannt, also Franderer oder Wallonen, oder auch (Nieder-)Deutsche. Sie werden aber in einigen der zeitgenössischen Urkunden unterschiedlich bezeichnet, gehören jedoch zur selben Gruppe, aus der sich später die siebenbürger Sachsen bildeten. Der Ausdruck „saxones“ (1206) findet sich hauptsächlich in ungarischen Urkunden wieder und wird von den ungarischen Beamten oft verwendet, wenn von den „hospites“ (Gästen) die Rede ist. Unabhängig davon bleiben sie in der Geschichtsschreibung doch die „primi hospites regni“ (die ersten königlichen Gäste), die mit besonderen Privilegien ausgestattet waren, um Siebenbürgen und auch das Burzenland zu besiedeln. 

Ihre Mundart, die sie bis zum heutigen Tag sprechen, mit einbezogen auch die Mundart der Honigberger, bleibt nach der Meinung der Sprachforscher eine Reliktmundart. Sie 
ähnelt in Siebenbürgen der Mundart um Hermannstadt und Großschenk und ist, wie auch das Luxemburgische und Moselfränkische aufgrund der historischen Entwicklung in einer Randlage geblieben und war somit dem Hochdeutschen weniger ausgesetzt. Das Sächsische konnte noch viele ursprüngliche Eigenarten bewahren. Einige Ausdrücke deuten auch auf Bayern, Sachsen und Thüringen hin, also auf den gesamt deutschen Raum. Ähnlichkeiten hierzu finden wir bei den Wörtern „kampest, mäsch, dirpel, sturkeln, zurpen ...“.

Doch unabhängig von solchen Deutungen, waren unter den Siedlern, die „saxones“ genannt wurden, wohl auch „milites“ also Berufskrieger, oder kriegserfahrene Siedler, die sich zu wehren wussten und die Grenzen verteidigen konnten. Diese Siedler von „montem melis“ (Honigberg), wie auch die „saxones“ haben niemanden von hier verdrängt. Denn dieses Gebiet war bei ihrer Einwanderung Sumpfgebiet, mit undurchdringlichem Dickicht bewachsen und zudem auch Niemandsland. Kein Hirte mit Schafen oder Ziegen war weit und breit zu sehen, denn es gab ja im Burzenland kein Weideland zu der Zeit. Das Weideland wurde später geschaffen. Erst als die Erde von Honigberg brauchbar gemacht worden war, tauchten auch Hirten auf. Zuerst als Knechte und Tagelöhner, dann als Zuwanderer. 
Somit wurde den ersten Honigberger Siedlern, den „saxones“, dieser Ort zugewiesen, was aus den Urkunden ersichtlich ist. Dieser Ort, genannt „montem melis“ (Honigberg) war es, an dem sie mit ihren Fähigkeiten und Begabungen sich in 775 Jahren beweisen sollten. Und das haben sie getan.

Später oder danach

Mit diesen Siedlern, sowie den Nachkommen der Ritter, Soldaten, Diener und ihrem Gefolge, das war die erste Zeit, und den späteren Zuwanderern, sind die Honigberger das geworden, was sie in 7 1/2 Jahrhunderten bewiesen haben. Ehrbare Menschen, die ihr Hab und Gut vor Türken, Tataren, Kurutzen, Szekler und Rumänen mit Mut über Jahrhunderte verteidigen konnten. Sie haben das Erbe von den ersten Siedlern des Ortes bewahren können, bis ihnen die Rechte beschnitten wurden und sie der neuen Völkerwanderung nicht mehr standhalten konnten. Diese neue Wanderung oder Umsiedlung endet jetzt in einem Kampf ums Überleben. Sie ist der Moderne ganz und gar ausgeliefert.

Die Besiedlung von Siebenbürgen hat Generationen gedauert. Die Besiedlung von Honigberg mit deutscher Bevölkerung hat auch 2 – 3 Generationen gedauert, und das in einer Zeit vor und nach dem deutschen Ritterorden; das wären etwa 70 Jahre. Jedoch die Aussiedlung der sächsichen Bevölkerung aus Honigberg war nur von kurzer Dauer. Der Massenexodus geschah in 1 – 3 Jahren. 

Noch gibt es heimatverbundene Aktionen, die das Erbe wahren, es aber nicht mehr weiter ansiedeln können, weil sie dafür noch keinen Raum gefunden haben. Selbst hier in der vielgeschätzten Heimat ist eine Neuorientierung notwendig. Denn das Erbe der Honigberger ist nicht unbedingt ein krichliches Erbe, so wie sich „sächsisch“ mit „evangelisch“ früher identifiziert hat. Die Kirche hat ihre Zielsetzung, aber das Volk wandert und ist dehalb ständig auf der Suche nach einem Platz in der Welt. 
Nur noch Hoffnung hält aufrecht und gibt zuversichtliche Gedanken. 

Herzlichen Dank für die Geduld und die Aufmerksamkeit.