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Bunte Faschingszeit in Honigberg

veröffentlicht um 30.03.2012, 04:30 von Christian Chelu   [ aktualisiert: 30.03.2012, 04:36 ]
In unserer Erinnerung halten wir viele Faschingsveranstaltungen von früher gespeichert. Seien es die „kaptschulligen Improvisationen“ einzelner Nachbarinnen oder Nachbarn oder die gemeinsamen Verlustigungen für eine größere
Zuhörerschaft im Saal, - es gab immer was zu „sajeln“ (tratschen). Natürlich im Nachhinein. Jedoch alle Faschingsveranstaltungen in Honigberg geschahen nach dem Richttag, nachdem in den Nachbarschaften über „gut und schlecht“ Rechenschaft abgelegt worden war. Und durch manche Entscheidung am Richttag, ist früher die Stimmung des Faschings beeinflusst worden.


In Honigberg ergaben sich am Richttag (12.02.2012) keine Zwischenfälle, welche die Kirchengemeinde in besonderer Weise beeinflusst hätten. Mehr noch, nach einer „Zukunft“-orientierten Vorschau des Presbyteriums für das Jahr 2012, wurde ein „echter Sachse“ in die Nachbarschaft aufgenommen: Herr Hendrik Lösch aus Sachsen-Brandenburg, wohnhaft seit längerer Zeit in Honigberg, Mühlgasse Nr 240. Das hat es wohl noch nicht in der  Geschichte von Honiberg gegeben, dass außer einem „siebenbürger Sachsen“, ein echter Sachse integriert wurde.

Wie er sich am Gemeindefasching im Pfarrhaus am 19.02.2012 präsentiert hat, sieht man in den Bildern. Seine Eintrittsgebühr von 10 Liter Wein hat er beglichen. Und als bescheidener Bürger der 30-ger Jahre ist er maskiert aufgetreten, ohne große Forderungen Krapfen 2012 und ohne bedeutende Ansprüche, sondern still und integrationswillig. Nicht als Beispiel wollen wir diese Situation darstellen, sonden als wünschenwert. Diese Richtung möchten wir auch anstreben und haben deshalb im Gemeindebrief 78/2012 auch die Beschlüsse unserer Kirchenleitung zu einem „Honigberger im Sonderstatus“ publiziert.


Schon am frühen Morgen hatten sich Frauen aus Honigberg unter der Leitung von Frau Kurator Erika Popescu im Pfarrhaus eingefunden, um die vielversprechenden Faschingskrapfen zu backen. „Man nehme ...“ stand im Rezept geschrieben, - und man nahm von den Grundzutaten, die Manfred Thiess gespendet hatte. Dazu kam Zucker und die frohe Runde, die so ein Backen in besonderer Weise zu würzen pflegt. Mehrere hundert Krapfen wurden gebacken, die am Nachmittag beim Krapfenmarsch serviert wurden. Sie waren vorzüglich und haben allen gut geschmeckt; - uns allen und auch den geladenen Gästen, die an den schön gedeckten Tischen Platz nahmen. Bunt sollte es sein und bunt war es geworden. Faschingsmotive als Tischdekor beeinflussten sogleich die Stimmumg.

Jedoch nicht nur die Krapfen wurden „aufmarschiert“, sondern auch viele Masken präsentierten sich in einer gelungenen Polonaise. Kurz vorher wurden farbige Kleeblätter an die rund 65 Anwesenden verteilt und jeder musste seiner bevorzugten Maske ein Kleeblatt schenken. Die Maske, welche die meisten Kleeblätter gesammelt hatte, wurde prämiert. Das war heuer der kleinste Clown, unsere Rebeca Stoica, die von der Clownenmutter teilweise noch an der Hand geführt wurde. Sie erhielt als Prämie eine mit Kakaocreme verzierte Palukestorte. Wie die wohl geschmeckt haben könnte, war am nächsten Tag nicht mehr ausfindig zu machen. Auch andere interessante Masken wurden mit je einem bunten Kalender prämiert. Die Unprämierten, ob mit oder ohne Maske, durften zur Belohnung unzählige Krapfen verschlingen und diese mit einem Schluck Wein begleiten.

Zwischendurch amüsierten wir uns alle an dem Zeitungstanz, der als Belustigung von Freiwilligen vorgeführt wurde, wobei nach jeder Musikpause, die Tanzfläche (eine Zeitung) halbiert wurde. Auch Wattekugeln wurden von Nase zu Nase weiter gereicht, was natürlich bei vielen beim Lachen zum „verhurken“ führte. Die lustigen Verse und Anekdoten, die ebenfalls verlesen wurden, unterstützen den allgemeinen Frohsinn. DJ war Christian Chelu, der zu diesem Fasching seine Geräte und die Musik zur Verfügung stellte.

Besonders amüsant wurde die Unterhaltung, als zum gemeinsamen Gesang aufgefordert wurde. Begleitet vom Akkordeon des Pfarrers wurden frohe Lieder gesungen, darunter auch das Lied „Und wer im Januar geboren ist, steh auf, steh auf...“ Die Singrunde schloss mit einer 30-Minuten-„perinita“, an der sich Alt und Jung beteiligten. Leider stand nur ein kleines Halstuch zur Verfügung, was ein „perinita“-Tänzer bemängelte und schelmisch sagte: er würde im nächsten Jahr ein Leintuch mitbringen,
um mehrere Damen gleichzeitig einzufangen. So hat es in Frohe Runde der gesamten Faschingsunterhaltung keine Pause, keine Langeweile, keinen Stress und auch keine Peinlichkeiten gegeben. Alle waren mit dabei und haben sich wunderbar unterhalten, die Teenager sagen dazu: es war cool !!

Die große Vorbereitung hat sich also gelohnt. Es gab Ausgelassenheit und Zufriedenheit auf allen Linien. Natürlich wird auch jetzt noch jede Unterhaltung mit der Erinnerung an „es war einmal“ verglichen, aber mit der Zeit entsteht ein neues Bild der Gemeinschaft, die sich an Freud und Leid in der Kirchengemeinde Honigberg beteiligt. Ansätze dafür sind vorhanden, das war heuer spürbar. So haben die Nachbereitung (das Aufräumen) viele Hände im Nu geschafft, wobei bei dieser Gelegenheit Motivation und Gemeinschaftsgefühl weiter gereicht wurde. Allen Honigberger Helfern für Arbeit und Genuss, sei an dieser Stelle ein großes DANKE ausgesprochen und zuversichtlich der Gedanke voraus geschickt, für weitere fröhliche Jahre und für Gemeinschaft. Gott gebe es !

Pfarrer Kurt Boltres
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