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Weltgebetstag 2012

veröffentlicht um 23.03.2012, 06:08 von Christian Chelu

Weltgebetstag 2012 - in Honigberg und Rosenau

Manchen Teilnehmern sagen diese Kürzel (WGT 2012) gar nichts. Wie so viele
Kurzbezeichnungen und Abkürzungen, denen wir über unsere Medien begegnen, geht alles
zunächst durch beide Ohren und nichts bleibt hängen. Je näher jedoch der Kontakt zu der
Organisation besteht, die diese Kurzbezeichnung meint, umso freudiger wird sie in ihrer Aktivität
unterstützt.
Bei den Worten WGT handelt es sich nicht um anderes, als um den WELTGEBETSTAG DER
FRAUEN. Dieser Weltgebetstag, der von Frauen rund um die ganze Welt begangen wird,
finden jeweils am ersten Freitag im März statt. Im Internetlexikon „Wikipedia“ lesen wir darüber,
dass es die größte ökumenische Basisbewegung der Frauen ist, und bereits seit dem Jahr
1887 als Gebetstage von den Frauenmissionswerken der USA und Kanada ins Leben gerufen
wurde. Heute steht sie unter dem Motto „Informiert beten und betend handeln“. In über 170
Ländern wird dieser Tag in ökumenischen Gottesdiensten weltweit begangen. Seit 1927 in
Deutschland eingeführt und in unserer Kirche seit den frühen 80-ger Jahren begangen. Ich
habe im Pfarramt meines Mannes Unterlagen von 1981 gefunden, allerdings damals nicht als
Initiative der Frauen aus der Gemeinde, sondern nur als ökumenische Information. Erst nach
der Wende, als die Frauenarbeit unsrer Evangelischen Landeskirche ins Leben gerufen wurde,
fasste die Initiative des WGT Fuß in unsreren Gemeinden. Natürlich ließe sich noch viel über die
Entstehung dieser Fraueninitiative berichten, sowie über einzelne Projekte, die dadurch einzelnen
Bevölkerungsgruppen auf der ganzen Welt zu Nutzen wurden. Aber WGT 2012 interessiert
sich nur für Malaysia. Denn in diesem Jahr luden die Frauen aus Malaysia (im Pazifik zwischen
Indonesien und Borneo) zum gemeinsamen Weltgebetstag der Frauen ein. Sie waren es auch, die
das Thema auswählten und die Information dazu gaben.
Für diesen Tag bereiteten sich die Frauen aus Honigberg und Rosenau ebenfalls ein. Am
Vorbereitungstreffen, welches von der Frauenarbeit der Landekirche organisiert wurde, konnte
nicht teilgenommen werden. Jedoch, die Informationen und Unterlagen zu diesem Weltgebetstag,
die von der Pfarrfrau Sunhild Galter zugeschickt wurden, waren von besonderem Wert. Einige
Tage vor dem Termin, kam es zu der Proben und Ideen der Raumgestaltung. Und weil mehrer
der Frauen dienstlich verhindert waren, wurde am Sonntag für alle Gottesdiensteilnehmer der
WGT organisiert, denn am Freitag (02.03.2012) hätte es, in Siebenbürgen üblich, keine (kaum)
Teilnehmer gegeben. Dennoch war der Besuch dieser Veranstaltung in Honigberg (29) und
In Rosenau (31) erfreulich. Die Kollekte des Weltgebetstages ist nicht zu verwechseln mit der
Kollekte des Sonntages Laetare (18.03.2012). Sie geht über den Bezirk und die Landeskirche zur
Unterstützung von Projekten, die das WGT-Kommitée vorgeschlagen hat.

In Honigberg wurden schon am Freitag, vor der Chorprobe die Gottedienstordnung einstudiert
und der Raum, mit bunten Motiven, Blumen, Riesenmuscheln, Perlen usw. getaltet. Die gleichen

Dekorationen wurden im Anschluss an den Gottesdienstauch nach Rosenau mitgenommen
und dort aufgestellt. Es war gelungen eine Südseeatmosphäre damit zu schaffen. Die Bilder der
Information über Malaesyen unterstützten voll diesen Gebetstag. Die gebackene Überraschung
am Ende des Gottesdienstes wurde dankbar entgegen genommen.
Ich muss mich da herzlich bedanken für die Mitarbeit bei Frau Hannelore Farsch, Frau Heddi
Thiess Frau Mihaela Chelu und Corina aus Honigberg und in Rosenau bei Frau G. Truetsch, Frau
Bergel, Frau Nan, Frau Römer, Frau Oltean, Frau Petica, Frau Kasper, Frau E. Truetsch. Je mehr
Frauen an diesem weltweiten Gebet teilnehmen, umso wirksamer kann dieses Gebet wirken; - so
eine allgemeine Vorstellung. Jedoch etwas ist dran, an diesem Weltgebet. Es verbindet nämlich
Völker, Kulturen und warum nicht, auch Religionen.

Zur Begrüßung der Gebetstages hörten wir folgende Worte:
Liebe Schwestern und Brüder der Kirchengemeinde Honigberg - Rosenau
Weltgebetstag (2012), das ist als Veranstaltung schon vielen von uns bekannt. In diesem
Jahre laden Frauen aus Malaysia zu dem Weltgebetstag ein. Es ist ein Land, das von viel
Armut gezeichnet ist. 28 Millionen Menschen leben dort. Die Hauptstadt ist Kuala Lumpur.
Das Land Malaysia liegt im Pazifik, am Zipfel von Indonesien und grenzt auch an die Insel
Borneo. Auf einer Karte wäre das gut sichtbar. Ob das Land reich oder arm ist, das werden
die Frauen aus Malaysien uns erzählen. Sie haben diesen Weltgebetstag vorbereitet. Er
steht unter dem Motto „Steht auf für Gerechtigkeit“.
In ihrem Namen und im Namen unserer Frauen ausHonigberg - Rosenau, die diesen
Weltgebetstag vorbereitet haben und auch mitgestalten, begrüße ich euch alle zu dieser
gemeinsamen Stunde.
Der Ablauf dieses Gebetstages (dürfte bekannt sein) ist bekannt. Die Form wiederholt sich
jedes Jahr. Der Inhalt jedoch wird von dem Land, welches den Weltgebetstag vorbereitet,
bestimmt. Nach der Weltgebetstagsordnung mit Gebeten und Liedern, folgt die Information
über das Land Malaysia und abschließend, wie in jedem Jahr bleiben wir noch einige
Augenblicke zusammen, bei einer Überraschung und guten Gesprächen.
Ich wünsche allen Gottes Segen zu diesem Gebetstag.

Als Meditation zum Bibeltext, Lukas 18,1-8, wurden folgende Worte gesprochen:

In vielen Situationen des Lebens erfahren wir, dass unser Beten und Bitten bei Gott dem
Herrn nicht umsonst ist. Es geht dann auch nicht nur darum, dass Gott unsere Klage erhört
und gleich darauf ein Recht zuspricht. Wir dürfen aber die Hände nicht einfach in den
Schoß legen und darauf warten, dass eine Antwort von Gott kommt. Frommer müssen wir
auch nicht werden, um bei Gott zu unserem Recht zu kommen. Der Glaube an die gerechte
Sache Gottes genügt, denn Gott ist doch Schöpfer und Richter zugleich.
Jedoch diese Geschichte belehrt uns auch eines anderen. Diese Witwe nämlich, aus dem
von Jesus erzählten Gleichnis, rennt durch die Straßen der Stadt und sucht ihr Recht.
Denn ihr ist Unrecht widerfahren. Ängstlich und wehrlos steht sie da und kann nichts
anderes tun, als unverschämt und zudringlich bei dem Mann vorzusprechen, der ihr
Recht verschaffen könnte. Von diesem Augenblick an hat sie der Richter am Hals. Der
Lebensraum der Witwe wird ab jetzt auch sein Lebensraum. Auch die Not und das Unrecht
der Witwe wird ab jetzt seine Not und sein Unrecht. Diese aufdringliche Art der Witwe
empfindet er als Belästigung. Er will dieses Problem vom Hals haben. Denn er hat noch
andere Aufgaben, denen er gerecht werden muss. Es geht ihm nicht darum Mitleid zu
haben, oder ein Verständnis zu erbringen, oder die Sache aufzuschieben, um zu sehen, wie

sich die Dinge weiter entwickeln, - sondern der Richter setzt sich konkret ein. Er analysiert
die Not und das Unrecht der Witwe und verschafft ihr Recht.
Bei uns Menschen ist es ebenso. Der Schrei aus der Tiefe des Unrechtes dringt hinauf zu
dem lebendigen Gott und wird gehört. Denn unsere Not wird dadurch zu seiner Not und
unser Problem wird Gottes Problem. Unsere Sache wird zu seiner Sache und unser Unrecht
bedrückt ihn in gleicher Weise, wie auch uns.
Wenn einige unter uns da aufhorchen, um zu fragen: - ist das wirklich wahr ? – so werden
diese weiter fragen: WO WAR DENN GOTT ? – als wir Krieg hatten, als wir krank in den
Internierungslagern als Gefangene lebten; - wo war Gott, als wir entrechtet dastanden
und evakuiert wurden; wo war Gott, als wir enteignet wurden, oder als ein Unfall junge
Menschen in den Tod riss, oder als viele aus unseren Gemeinden auswanderten und wir
durch unser Bleiben benachteiligt blieben.
Auf diese Art dürfen wir jedoch seine Allmacht nicht hinterfragen. Die Witwe aus dem
Gleichnis ist auch nicht auf diese Weise an den gerechten Richter herangetreten. Sie
hat auch nicht geklagt oder sich bei einer höheren Instanz beschwert, sondern sie hat
unaufhörlich ihre Not vorgetragen und ihr Unrecht bekräftigt. Auch wir wollen Gott
keine Vorwürfe machen und die Frauen aus Malaysia wollen dies auch nicht, wenn sie
ausrufen: „Steht auf für Gerechtigkeit“. Sie wollen durch ihren Ruf auf sich aufmerksam
machen. Sie wollen durch ihr Gebet die Not und das Unrecht aus Malaysia vortragen
und der ganzen Welt bewusst machen. Sie wollen auch uns bitten, sich ihren Gebeten
anzuschließen. Denn wenn die ganze Christenheit, nicht nur ein Volk, seine Not vor Gott
bringt, dann wird diese mit Sicherheit erhört werden. Denn, wie ein Vater sich seiner Kinder
erbarmt, so erbarmt sich auch der Herr, über die, die ihn fürchten und lieben. Also lasst
uns in das Gebet der Frauen aus Malaysia einstimmen, denn Gott erhört uns sicher. Amen

Als Letztes danke ich allen Teilnehmerinnen recht herzlich für ihre Bereitschaft zum WGT 2012.
Sie haben es gut gemacht, sogar vorzüglich. Man hat richtig Anteil nehmen können an weltweiten
Problemen und der Not der Christen von jenseits unserer Erdkugel. Im kommenden Jahr 2013
laden die Frauen aus Frankreich zum WGT ein. Auch wir wollen, so Gott uns hilft, diesen Tag
mitfeiern. Dazu lade ich jetzt schon ein.

Denisa Boltres
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