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Weltgebetstag der Frauen 2013

veröffentlicht um 08.03.2013, 01:07 von Christian Chelu   [ aktualisiert: 09.03.2013, 10:53 ]
Weltgebetstag der Frauen 2013, Honigberg und Rosenau

 

Zunehmend mehr wird der Weltgebetstag der Frauen (WGT) in unseren Gemeinden zum Erlebnis. Obwohl die schönen Vorbereitungstreffen in Bartholomä seit Jahren schon ausgeblieben sind, oder gar ausbleiben mussten, was nicht an den Initiatoren lag, waren wir froh, auch in diesem Jahr etwas zu erleben und zu erfahren. Diesmal bemühten sich die Frauen aus dem europäischen  Frankreich den Tag vorzubereiten und auf ihre Probleme, die eigentlich weltweite Probleme geworden sind, aufmerksam zu machen. Kurz war in unseren Gemeinden die Vorbereitung, aber effizient. Dafür schon ein Dank im Voraus.
Der Gottesdienstraum wurde bescheiden geschmückt und die Gebete und Lesungen wurden diesmal mit Musikeinlagen von einer CD ergänzt. Der vorgeschlagene Wechsel von Einführung, Gebet und Gesang war somit gelungen. Es muss eigentlich nicht unbedingt ein perfekter Chorgesang mithelfen den Weltgebetstag zu gestalten, es kann auch laienhaft geschehen und ein gutes Resultat ergeben. Das hat sich in Honigberg und Rosenau auch bestätigt. Zum Weltgebetstagsgottesdienst hatten sich mehr Gemeindeglieder als sonst eingefunden, was auch die anschließende Gemütlichkeit bestätigte.
Wie erwähnt gab es nach der Begrüßung durch Pfarrfrau Denisa Boltres den Wechsel zwischen Gebet und Lesungen, darauf eine kurze Meditation zum Hauptthema aus Matthäus 25,31-43, ein gemeinsames Gebet und eine Bildinformation über das Land Frankreich, mit seinen Probleme. Die vielen Bilder über Imigration, Asyl und Auswanderung waren beeindruckend. Sie wurden von den Teilnehmern beim gemütlichen Teil auch entsprechend bewertet.
Aber nicht die Bilder waren das Hauptanliegen des Weltgebetstages, sondern der Fremde, der unverhofft an unsere Tüt klopft. Dieser kann sagen: „ich war fremd – und ihr habt mich nicht aufgenommen“ Er kann sagen: ich habe Hilfe gebrauch und ihr habt mich übersehen ! Ich leide innere und äußere Not und ihr habt mich ignoriert. 
Keine Erklärung zu diesem Begriff „fremdsein“ wollte der Weltgebetstag in der Situation fortschrittlichener Länder Europas geben, sondern nur das Wort in den Raum stellen. Dieses Wort wird nämlich zur allgemeinen Aufgabe an alle Anwesenden verteilt: „Was du tust einem ... das tust du mir ...“ ! Gib auf, was dich hindert christlich zu leben, denn alle humanen Hilfen, wenn sie nicht vom Wort Gottes und Gebet begleitet werden, haben nur irdische Wirkung. Im Himmel sind sie gleich NULL. Denn nicht nach unseren guten Werken richtet sich Gott, der Herr, am Tage des Gerichtes, sondern nach unserer Glaubenseinstellung, nach den Normen der heiligen Schrift und nach seiner Gnade und Barmherzigkeit. Dazu wird uns noch der Wert für unsern Nächsten geben. Im Himmel werden wir nämlich auch nach dieser Einstellung bewertet, was uns nicht gerade passt. Also Achtung, es kann geschehen, dass wir auch einmal fremd sein werden, sogar fremd an unseresgleichen. Dann stehen wir da ohne Freunde, ohne Trost, ohne Hoffnung, ohne Glauben und ohne Gott. Das ist traurig.
Wir schön, dass es den Weltgebetstag gibt, der auf gleiche Probleme, nicht nur der Frauen, in der ganzen Welt aufmerksam macht. Fokalisiert werden hier nicht nur die eigenen Probleme des Landes, welches diesen Tag vorbereitet, sondern es wird immer auch ein Blick offen gelassen für die weltweiten Anliegen der Christinnen und Christen. 
Abschließend ein schöner Dank an die Mitwirkenden und Mitgestalter des WGT 2013. Auch die anschließende Gemütlichkeit, bei Käsekuchen und rotem Wein, war gelungen. Danke auch den Presbyterien der Gemeinde für ihre Unterstützung.
PS – Neugierig wurden wir auf die Pharaonenspeise im kommenden Jahr 2014, da wird Ägypten vorgestellt.

Eure Denisa Boltres

 

Hier die Meditation zu Matthäus 25, 31-40
31 Wenn aber der Menschensohn kommen wird in seiner Herrlichkeit und alle Engel mit ihm, dann wird er sitzen auf dem Thron seiner Herrlichkeit, 32 und alle Völker werden vor ihm versammelt werden. Und er wird sie voneinander scheiden, wie ein Hirt die Schafe von den Böcken scheidet, 33 und wird die Schafe zu seiner Rechten stellen und die Böcke zur Linken. 34 Da wird dann der König sagen zu denen zu seiner Rechten: Kommt her, ihr Gesegneten meines Vaters, ererbt das Reich, das euch bereitet ist von Anbeginn der Welt ! 35 Denn ich bin hungrig gewesen und ihr habt mir zu essen gegeben. Ich bin durstig gewesen und ihr habt mir zu trinken gegeben. Ich bin ein Fremder gewesen und ihr habt mich aufgenommen. 36 Ich bin nackt gewesen und ihr habt mich gekleidet. Ich bin krank gewesen und ihr habt mich besucht. Ich bin im Gefängnis gewesen und ihr seid zu mir gekommen. 37 Dann werden ihm die Gerechten antworten und sagen: Herr, wann haben wir dich hungrig gesehen und haben dir zu essen gegeben, oder durstig und haben dir zu trinken gegeben ? 38 Wann haben wir dich als Fremden gesehen und haben dich aufgenommen, oder nackt und haben dich gekleidet ? 39 Wann haben wir dich krank oder im Gefängnis gesehen und sind zu dir gekommen ? 40 Und der König wird antworten und zu ihnen sagen: Wahrlich, ich sage euch: Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan. 
(Matth.25,31-40)

Liebe Schwestern und Brüder,

Ich habe gerne Märchen gehört und auch gelesen. Und ein jeder von uns erinnert sich an seine Kindheit, wo er von Frau Holle im Winter träumte und dem Schneewittchen im Wald begegnen wollte. Unzählige Märchen kennt die heutige Welt. Sie sind klassisch und modern. Sie bewegen sich zwischen Realität und Phantasie. Die fleißigsten Märchensammler und Schreiben waren wohl die Brüder Grimm. Von ihnen stammt ein Märchen, welches uns weniger bekannt ist. Es beginnt mit den Worten: „Vor alten Zeiten, als der liebe Gott noch selber auf Erden unter den Menschen wandelte, trug es sich zu, dass er eines Tages müde war und ihn die Nacht überfiel, ehe er zu einer Herberge kommen konnte“ ... Der liebe Gott bittet zuerst bei einem reichen Mann um ein Nachtlager, aber er wird dort abgewiesen. Dann klopft er bei einem armen Mann an und wird freundlich aufgenommen. Dieser teilt mit ihm Essen und Nachlager. Am nächsten Tag gewährt ihm der liebe Gott als Dank drei Wünsche. Dann zieht er weiter. Als der Reiche davon erfährt, reitet er dem lieben Gott hinterher und bekommt auch drei Wünsche frei. Aber der Reiche wünscht sich in seiner Selbstsucht und durch Ungeschicklichkeiten lauter unsinniges Zeug, sodass er am Ende nichts davon hat.
Wenn wir dieses Märchen recht verstehen und die Worte vom Weltgericht, die Jesus uns heute sagt, ernst nehmen, dann steht mit jedem Fremden, der an unsere Tür klopft, Gott selber da und bittet um Einlass. Überall, wo ein Mensch Not leidet und Hilfe braucht, da ist Gott an seiner Seite. Christus ist bei den Armen und Elenden, bei denen, die einen Seelenarzt dringend nötig haben. Der Mensch hat nämlich seinen Wert, seine Würde und sein Gewicht. Zwar nicht in dem was er darstellt und was er selber ist, auch nicht in dem was er entbehrt und leidet, sondern in seiner Einstellung dem „gerinsten Bruder“ und Gott gegenüber. Aus christlicher Perspektive her gesehen, hat alles Menschenrecht nicht in Helsinki seiner Ursprung, sondern in der Liebe Gottes zu den Menschen. Das ist gründlich zu bewerten.
An unseren Häuserzeilen konnte man bisher noch keine Grafitiworte lesen, wie „Ausländer raus“, und auch keinen Ausländerhass in der Presse hören. Wir wollen eher die Zigeuner raushaben. Aber die ehemaligen Kolonialmächte haben mit den Fremden, mit den Asylanten und den Flüchtlingen ein großes Problem, - und noch keine Lösung dafür. So, wie auch unsere Regierung noch keine Lösung für die Zigeuner hat. Mit diesen Menschen möchten wir uns nicht solidarisieren, sagt hier unser rationaler und innerer Mensch. Aber es kommt die Zeit, wo wir als reife Christen anders denken müssen. Es kommt die Zeit, wo der fremde Mensch an unsere Tür klopft. Dann dürfen wir ihm nicht human sondern christlich begegnen. Darauf wollen uns die Frauen aus Frankreich aufmerksam machen. Und wenn der Fremde uns dann bestiehlt, so sollen wir ihm hinterher laufen und ihm auch einen Mantel drauf legen, sagt uns Jesus. Haben wir das verstanden, so sind wir in „des Geringsten Nähe“ gerückt und reif für das Reich Gottes. Eben diese Einstellung haben wir noch nicht, weil wir darin viel zu schwach sind.
Darum werden wir ermutigt unsere Lebenseinstellung zu ändern, um Gottes Gedanken mehr Raum geben, denn Gott selber könnte plötzlich in seiner wahren Größe vor uns stehn und uns befragen. Und was dann ... ?
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