Predigten

Hausgottesdienst am Sonntag Exaudi dem 24.05.2020

veröffentlicht um 21.05.2020, 03:05 von Christian Chelu

Hausgottesdienst  am Sonntag Exaudi dem  24.05.2020, Pfarrer Kurt Boltres


Im Namen Gottes, des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen


Lied EG. 93,1-5

Tagespsalm Nr. 27 „Gemeinschaft mit Gott“


Gebet:

Allmächtiger Gott. Du hast unsern Herrn Jesus Christus nicht im Grabe gelassen, sondern ihn zu deiner Herrlichkeit auferweckt, und zu deiner Rechten erhöht. Du hast uns auch den Heiligen Geist verheißen. Lehre uns nun, in Geduld auf unser Heil zu warten und erfülle unsere toten Herzen mit neuem Leben. Herr erbarme dich unser ! Amen

Wir lesen Gottes Wort bei Johannes 16,5-15

5 Jetzt aber gehe ich hin zu dem, der mich gesandt hat; und niemand von euch fragt mich: Wo gehst du hin ? 6 Doch weil ich das zu euch geredet habe, ist euer Herz voll Trauer. 7 Aber ich sage euch die Wahrheit: Es ist gut für euch, dass ich weggehe. Denn wenn ich nicht weggehe, kommt der Tröster nicht zu euch. Wenn ich aber gehe, will ich ihn zu euch senden. 8 Und wenn er kommt, wird er der Welt die Augen auftun über die Sünde und über die Gerechtigkeit und über das Gericht; 9 über die Sünde: dass sie nicht an mich glauben; 10 über die Gerechtigkeit: dass ich zum Vater gehe und ihr mich hinfort nicht seht; 11 über das Gericht: dass der Fürst dieser Welt gerichtet ist.12 Ich habe euch noch viel zu sagen; aber ihr könnt es jetzt nicht ertragen. 

13 Wenn aber jener, der Geist der Wahrheit, kommen wird, wird er euch in alle Wahrheit leiten. Denn er wird nicht aus sich selber reden; sondern was er hören wird, das wird er reden, und was zukünftig ist, wird er euch verkündigen. 14 Er wird mich verherrlichen; denn von dem Meinen wird er's nehmen und euch verkündigen. 15 Alles, was der Vater hat, das ist mein. Darum habe ich gesagt: Er wird's von dem Meinen nehmen und euch verkündigen.


Der Tröster ist kein Angehängsel

Liebe Schwestern und Brüder, liebe Gemeinde,

Man kann eigentlich recht froh sein, dass endlich der Sommer da ist. Die Sonne lacht, auch wenn der Pfingstregen, wenn er kommen sollte, die Heuernte nass macht. Aber das Leben pulsiert endlich. Das ist wichtig. Es grünt und blüht überall, unsere Kirchen sollten eigentlich schon geschmückt sein. Nichts anderes hat man jetzt im Kopf, als raus aus dem Haus, raus ins Grüne, raus an die Luft, weg vom Kochherd, ran an den „gratar“ (Grill). Sogar die Büromenschen freuen sich auf ein solches „after work“ in der Natur. Aber noch scheint diese Zeit nicht gekommen zu sein. Corona hat ein mächtiges Wort zu sagen. Auch wenn die Notverordnungen etwas gelockert wurden, die Gefahr bleibt.

Die vielen Menschen in Jerusalem, die das Pfingstwunder erlebten, waren keine Naturschwärmer und voll des süßen Weines, wie die Apostelgeschichte es durch die Aussage der fremden Zuschauer berichtet. 

Eigentlich wissen sie nicht so recht, was mit ihnen geschieht. Ein Brausen vom Himmel lässt sich hören und ein gewaltiger Wind kommt auf. Er zieht durch alle Ritzen des Hauses. Den Menschen drinnen wird dabei angst und bange. Was sie am meisten erschreckt, ist das Erleben, dass sich Feuerzungen auf einen jeden von ihnen setzten, so wie wir das auf Heiligenbildern zu sehen bekommen. Die Menschen von Jerusalem entsetzen sich. Und noch erstaunlicher ist es, jeder spricht eine andere Sprache. Sie wundern sich sehr darüber. Doch eines vereint sie alle: - nämlich, sie reden alle von den großen Taten Gottes.

Es ist nicht selbstverständlich, dass Menschen im Alltag aus dem Häuschen sind. Kein Jubel ist zu hören. Kein Lachen ist zu vernehmen. Viel zu ernst ist unser Alltag, denn Trauer, Weinen, Klagen bestimmen unser Leben. Bedeutsam gerade jetzt in dieser wirtschaftlichen, sozialen und geistlichen Krise. Für alle diese Menschen von früher und von heute, schreibt der Evangelist Johannes diese Worte des Heilandes nieder. Es ist nicht die überschäumende Rede eines Pfingstpredigers, wie ihn manche vielleicht erwarten.  Behutsam führt Johannes seine Hörer an eine Wahrheit heran, die sie noch nicht fassen können, aber von der er zutiefst überzeugt ist. Für jeden Menschen kann es Pfingsten werden, wenn der Geist des Trostes und der Wahrheit sein Leben erfasst.

Aber die Menschen in der Gemeinde von Jerusalem sind in Panik. Doch nicht vor Freude. Sie fliehen. Es sind Juden, die in Christus den Messias erkannt haben, sogenannte Judenchristen. Sie glauben, dass sie die angekündigte Wiederkehr des Messias noch erleben werden. Darauf leben sie hin und von dieser Hoffnung zehren sie. Doch diese angekündigte Wiederkehr bleibt aus. Daher sind sie bitter enttäuscht und sie haben Angst. Sie sehen sich auch bedrängt von den Kräften in der Synagoge, welche die Anhänger der neuen, der christlichen Glaubensrichtung wieder zurückzuholen wollen. Aus Angst um ihre Familien, um ihre Verwandten, um ihre Arbeit und auch um ihr Leben fallen viele in dieser jungen Gemeinde Jerusalems vom Glauben an Christus ab. Eigentlich hat es noch keine richtige Christengemeinde zu der Zeit gegeben, sondern nur ein paar Anhänger, ein paar Bewunderer, ein paar die Jesus gehört und erlebt hatten und sich der neuen Glaubensrichtung zugezogen fühlten. Aber dennoch, die Lage ist trostlos. 

Aus diesem Grunde wollen sie vom Evangelisten warme Worte hören. Worte die Mut machen, Worte die aufrichten und Worte, die sie abhalten sollen davon, dem Heiland der Rücken zu kehren. Auch wenn der Trost hier als Mangelware erscheint und empfunden wird, so handelt hier dennoch Gott, der Herr, der uns den Tröster, den Heiligen Geist zuschickt.

Die Leut in Jerusalem sind sich bewusst, dass es jetzt um einen endgültigen Abschied gehen wird. Das macht sie zum Teil sprachlos, es macht sie verstummt, es macht sie traurig und orientierungslos. Wir haben Abschiede genügend erlebt, bei Abreisen, bei Auswanderung und bei Todesfällen. Wir haben unsere Eltern verabschiedet, unsere Kinder verabschiedet und auch unsere Ehen. Und jedes Mal dominierte die Frage: wie wird es weiter gehen ?

Aber Jesus hinterlässt keine Erinnerung, die mit der Zeit verblasst oder in Vergessenheit gerät, er kündet den Tröster an, den Heiligen Geist als Lebenshilfe. Dieser Geist des Trostes ist eine anderer, als Jesus. Dieser wird uns allen geschenkt. Dieser Geist der Wahrheit wird uns alle vor der Welt vertreten und es wird gut sein ! Dieser Tröster ist auf keinen Fall ein Ersatz für Jesus, er ist Gott selber, denn er geht von beiden aus, vom Vater und vom Sohn. Seine Aufgabe ist es der Welt die Augen zu öffnen über die Sünde, die Gerechtigkeit und das Gericht. Er ist der Geist der Wahrheit, der aufdeckt und ins rechte Licht rückt, was in der Welt verkehrt und verzerrt ist. 

Der Tröster von dem hier die Rede ist, ist auf keinen Fall ein Angehängsel, so wie wir die vielen Heiligen der orthodoxen Kirche als solches empfinden, wenn sie überaus verehrt werden. Das sieht man auch im orthodoxen Kirchenkalender, beinahe alle Tage in roter Schrift gezeichnet, „e sarbatoare“ – heißt  es dann und alle Arbeit bleibt liegen.  Er, der Tröster, ist auch keine Gabe Gottes, wenn gesagt wird: der Heilige Geist wird uns gegeben, wir empfangen ihn als den von Gott gesandten, der uns bewegt, der uns ermutigt, der uns befreit und der in uns Glauben und Hoffnung bewirkt. Er ist deshalb nicht eine Gabe oder Begabung, wie solche uns helfen können, uns durch Leben zu schlagen.

Auch ist der Heilige Geist für uns keine Lebenshilfe um besser oder bequemer leben zu können, wie etwa die elektrische Energie, mit deren Hilfe wir Licht machen, oder bügeln können, oder waschen können, kochen – heizen – Radio TV hören – und Maschinen in der Fabrik betreiben können. Der Heilige Geist ist auch nicht die Erkenntnis über solche Hilfsmittel fürs irdische Leben. Er ist jedoch eine große Hilfe für die Seele, für den Glauben und für das Heil. 

Wenn wir schon den elektrischen Strom erwähnt haben, so können wir ihn als weiteres Beispiel für die Wirkung des Heiligen Geistes benutzen. Die Elektrizität, das haben wir in der Schule gelernt, ist eine verborgene Kraft. Sie hat auch eine große Kraft, die man nicht unbedingt versuchen dürfte. Wer von uns hat schon die Courage zwei Stromkabel unterschiedlicher Polung in die Hand zu nehmen. Der das tut, der hat die Wirkung verkannt und stirbt. Und dennoch bewirkt die Kraft des elektrischen Stromes sehr viel in der Industrie, im Verkehr und im Haushalt. Motoren werden damit betrieben und Geräte funktionieren. Und über elektromagnetische Wellen geht alle Kommunikation der modernen Welt. Aber auch diese elektrische Energie ist gebunden an einen  Kabel oder eine Wellenlänge, damit sie in Verbindung kommt, damit eines mit dem anderen verbunden wird.

Genau so braucht auch der Heilige Geist, als die besondere Kraft Gottes den Draht und die Wellenlänge um sein Ziel zu erreichen. Er stellt die Verbindung her zwischen Christus, wie er es auch gesagt hat, und den Menschen. Denn  nur dann kann der Heilige Geist wirksam werden, wenn beide Enden miteinander verbunden werden, wenn er Verbindung, Vermittler, Mittler ist, und als solcher geglaubt wird. Dann bewirkt diese Kraft Gottes die Erkenntnis über Sünder, Gerechtigkeit und Gericht. Dann bewirkt diese Kraft Glaubensstärke, Erlösung, Hoffnung, Heil und ewiges Leben. Er wirkt manchmal wie ein Scheinwerfer, der alles Lebensfähige aus dem Dunkel ans Licht bringt.

Der Heilige Geist ist also Lebensnotwendig für uns, nicht etwa als Erkenntnis über das nahrhafte Gemüse, oder die schadhafte Bakterie die auf den Gurken sitzt, oder der Teufelsvirus der jetzt unser Leben bedroht. Denn diese Erkenntnisse eignen wir uns durch Wissen und Forschung an, - die sind für unsere Ernährung wichtig und die Ernährung wiederum für Herz und Seele. Aber die geistlichen Güter, die unsere Psyche und unsere Seele aufrichten, die kommen von Gott durch den Heiligen Geist. So auch der Trost, der keine Vertröstung ist.

Das betont auch Jesus Christus im Evangelium- ich wünsche euch allen, als Anregung zu den kommenden Pfingsten diesen Geist, in welchem Trost, Wahrheit, Erkenntnis, Frieden, Liebe, Gnade und Hoffnung zu finden sind,  der uns für ewig an den auferstandenen Christus bindet. Amen



Lied: 95,1-4

Fürbittgebet


Wir bitten dich, Gott, um den Geist der Heiligkeit für alle, denen nichts mehr heilig ist; für alle, die sich für nichts mehr begeistern können: Komm, Heiliger Geist. 

Alle: Komm, Heiliger Geist.

Wir bitten dich, Gott, um den Geist der Freude für alle, die ihre Freude am Leben verloren haben; für alle, denen das Lachen vergangen ist; für alle, die sich ihres Lebens von Herzen freuen dürfen: Komm, Heiliger Geist. 

Alle: Komm, Heiliger Geist.

Wir bitten dich, Gott, um den Geist des Verstehens für alle, die sich unverstanden fühlen; für alle, die für andere kein Verständnis mehr aufbringen können: Komm, Heiliger Geist. 

Alle: Komm, Heiliger Geist.

Wir bitten dich, Gott, um den Geist des Trostes, für alle, die etwas zu verlieren haben; für alle, die einen Menschen verloren haben: Komm, Heiliger Geist. 

Alle: Komm, Heiliger Geist.

Wir bitten dich, Gott, um den Geist des Friedens für alle, denen Macht wichtiger ist als das Leben; für alle, die unter Gewalt und Krieg leiden: Komm, Heiliger Geist. 

Alle: Komm, Heiliger Geist.

Wir bitten dich, Gott, für die vielen Helfer im  medizinischen Bereich, die sich den Gefahren der Ansteckung aussetzen, um dieser Pandemie Herr zu werden. Schenke ihnen den Heiligen Geist, der allen Situationen gewachsen ist.

Alle: Komm, Heiliger Geist.

Wir bitten dich, Gott, um den Geist in unserer Mitte für alle, die in deinem Namen leben und handeln; für alle, die von einer versöhnten, geschwisterlichen weltweiten Kirche träumen: Komm, Heiliger Geist. 

Alle: Komm, Heiliger Geist.

Dir sei Ehre in Ewigkeit. Amen


Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute,
und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigen.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.


Segen
Der Herr segne und behüte uns.
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über uns und sei uns gnädig.
Der Herr erhebe sein Angesicht auf uns und gebe uns Frieden.
Amen


Hausgottesdienst am Tag der Himmelfahrt Christi

veröffentlicht um 20.05.2020, 02:23 von Christian Chelu

Hausgottesdienst  am Tag der Himmelfahrt Christi  dem  21.05.2020, Pfarrer Kurt Boltres


Im Namen Gottes, des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen


Lied EG. 81,1-7

Tagespsalm Nr. 47 „Gott ist König über alle Völker“


Gebet:

Allmächtiger Gott. Du hast unsern Herrn Jesus Christus nicht im Grabe gelassen, sondern ihn zu deiner Herrlichkeit auferweckt. Aus der Gefangenschaft der Sünde und des Todes rufen wir zu dir: Schenke uns durch deinen lieben Sohn das neue Leben. Lass uns durch dein Wort deine Absicht mit uns erkennen. Herr erbarme dich unser ! Amen

Wir lesen Gottes Wort bei Lukas 24,50-53

50 Er führte sie aber hinaus bis nach Betanien und hob die Hände auf und segnete sie. 

51 Und es geschah, als er sie segnete, schied er von ihnen und fuhr auf gen Himmel. 

52 Sie aber beteten ihn an und kehrten zurück nach Jerusalem mit großer Freude 

53 und waren allezeit im Tempel und priesen Gott.

Himmel und Erde berühren sich


Liebe Schwestern und Brüder, liebe Gemeinde,

In einer ganz nüchternen Sprache berichtet uns der Evangelist Lukas vom Geschehen der Himmelfahrt unseres Herrn Jesus. Ein Journalist hätte es nicht besser schreiben können, wo es um eine simple Berichterstattung geht. Jedoch die jubelnde Begeisterung des Glaubns fehlt in diesem Bericht und die nüchterne Reportage steht in einem merkwürdigen Gegensatz zu den Bildern der Himmelfahrt, die wir im kunturellen Gedächtnis über Jahrhunderte in Europa gespeichert haben.

Wenn wir die vielen barocken Altäre betrachten, die nicht nur die katholischen Kirchen schmücken, sondern auch in unseren siebenbürgischen Kirchen existieren, so haben diesen Künstler die Himmelfahrt als glorioses kosmisches Ereignis fargestellt. Jesus hebt die Hände zum Segen und entweicht sanft in einer Wolke ! – das ist das Hauptmotiv. Die Jünger bleiben überrascht und zum Teil entsetzt zurück, ihre Augen suchen gerade nach dem, der sie eben gesegnet hat. Der Wolkenhimmel hat sich geöffnet und eine Menge von himmlischen Heerscharen blickt auf den Christus, der ihnen zuschwebt. Ein himmlisches Orchester empfängt den Auferstandenen und erhöhten Christus und bei der Himmelfahrt der barocken Maler und Künstler gerät der ganze Kosmos in Bewegung. Und noch Vieles mehr könnte man von diesen künstlerischen Darstellungen der Himmelfahrt erzählen. Ich habe das in den barocken Kirchen unserer katholischen Brüder immer wieder bewundert und stundenlang diese Darstellungen betrachten können. Personen, Farben, Form und Inhalt der Botschaft sind von manchen Künstlern faszinierend dargestellt worden.

Doch der Evangelist bleibt nüchtern, er will sich nicht der Sensation und auch nicht der Gefühlswelt hingeben. Er will nicht visuell und emotionell, in Farben und Empfindungen, dieses Geschehen ausbreiten, sondern einfach nur darauf zielen, dass sich bei der Himmelfahrt des Herrn Jesus, Himmel und Erde berühren.

Also Himmel und Erde berühren sich. Es ist hier eine wahre Verbindung zwischen Gott und den Menschen entstanden, nicht nur durch die Schöpfung des Menschen, sondern durch das Siegel der Auferstehung und jetzt, der Erhöhung des Christus zum prädestinierten Gott.

Wenn wir früher von einer Bindung sprachen, dann dachten wir praktisch und realistisch. Ein Bindfaden wurde für verschiedene Zwecke benutzt. Ein Sack wurde gebunden, um den Inhalt zu bewahren. Eine Korngarbe wurde gebunden, um die Körner für das Dreschen aufzubewahren. Ein Bäumchen wurde an einen Stock gebunden, damit es gerade wächst. Eine Rebe wurde an den Weinstock gebunden, um Frucht zu tragen. Doch auch im täglichen Leben wurde de Bindfaden oft benutzt. Schuhe wurden damit gebunden und sonst welche Gegenstände wurden zur Not fest gemacht. 

Doch bei all diesen „Bindungen“ kam es zu einer Berührung. Und diese Berührung spielt im göttlichen Geschehen eine große Rolle. Das will der Evangelist Lukas uns deutlich sagen. 

Aber bei einer Verbindung, oder einer Bindung, wird auch das eine Ende mit dem anderen Ende verbunden. Und das geschah hier bei der Himmelfahrt der Herrn Jesus. Es gab ein Ende, das war der Anschied von den Jüngern. Und diesen Abschied dürfen wir uns ganz menschlich vorstellen, denn  Jesus Christus war doch Mensch, genau so wir wir. Und er war mit allen Sinnen und Gefühlen beschenkt, wir auch wir. Ein Abschied unter uns Menschen ist schwer, das wissen wir. Ich habe 1990 am Bahnhof von Kronstadt  gestanden und haben Abschied genommen von Verwandten, von Bekannten und von Freunden. Sie sind nicht wieder gekommen, sie sind in der Ferne geblieben und es wurde für mich ein ewiger Abschied, ohne irgend welche Hoffnung auf ein Wiedersehen. Das kam in vielen Fällen vor, nicht hier, sondern in Deutschland. Die meisten Freunde und Bekannten tauchten auf Nimmerwiedersehn unter.

Der Abschied ist für viele Menschen eine letzte Begegnung. Er ist ein Moment, der unter Tränen begangen wird, weil er ein Verlust darstellt. Nach dieser Trennung wird es, so Gott will, eine neue Verbindung geben, oder nicht. Wir moderne Menschen haben Möglichkeiten über persönliche, reele Bindungen hinweg die neue Art von virtuellen Bindungen aufrecht zu erhalten. Über Telefon, über e-mail und über die neuen Angebote der „socializare“ (= Faceboock, Twitter, eigene Homepage, PodCast, neue Youtube-Kanäle, ZOOM, Email, Whatsap,) gibt es eine Verbindung zueinander. Doch diese Bindung ist nur immaginär, sie ist nicht handgreiflich. So wie dies auch jetzt in dieser Corronazeit mit unseren Gottesdiensten geschieht. Es sind neue Kontakte da, greifbar nahe und dennoch auf großer Distanz und ohne echte Tuchfühlung.

Gerade deshalb streiten sich hier auch die Theologen. Sie könnenb nichts Handgreifliches zur Himmalfahrt vorführen, außer der Zuversicht für das ewige Heil, welches Jesus selbst gegeben hat. Fazit: Wir können nichts Konkretes mit dem Himmelfahrtstag anfangen. Denn es wird uns seit Jahrhunderten nichts dergleichen geliefert.

Im christlichen Glauben sind wir jedoch nicht auf eine Konkretisierung der Auferstehung und auch nicht der Himmelfahrt angewiesen. Wir wollen Chistus, den Auferstandenen nicht beweisen und wollen ihn  auch nicht für eine Brückenfunktion zwischen Gott und den Menschen nutzen. Er ist Gott und Mensch zugleich. Das ist der Grundtext des christlichen Glaubens. Allen Menschen hilft er, dass sie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen. Wir können die Himmelfahrt nicht als einen Verlust betrachten, der sich ergeben hat, sondern wir dürfen die Himmelfahrt als göttliches Geschehen, ein Geschenk ansehen. Genau so wie wir die Auferstehung unseres Herrn Jesus durch die Kraft Gottes in unserem Glaubensbekenntnis bezeugen, so können wir die Himmelfahrt für eine notwendige Funktion in der Berührung zwischen Himmel und Erde betrachten.

Hier berühren sich nämlich Gott und der Mensch Jesus. Es berühren sich sozusagen Himmel und Erde. Und dieses Berühren hält an. Es war nicht ein einmaliges Berühren, sondern ein Berühren, welches eine Verbindung zustande bringen konnte, zwischen Gott, dem Schöpfer und dem Menschen, den Geschöpf Gottes. Es war ein Zusammenschweißen, welches eine Schweißnaht von unendlicher Stärke zeigte. Um dieses Zusammensein zu trennen, bedarf es keiner besonderen Technik, sie ist laut der Taufe unauflöslich. Was Gott nämlich durch Taufe, durch Segen und durch seinen Willen zusammengefügt hat, das soll der Mensch nicht scheiden.

Durch die Himmelfahrt ist so eine Schweißnaht entstanden. Sie verbindet Gott und den Menschen. Sie ist jedoch auch das Tor, oder die enge Pforte, zur Ewigkeit.

An diesem Tag ist dieses Tor für uns Christen geöffnet worden, so wie wir es auch im Glaubenbekenntnis sagen, das Tor von der vergänglichen Welt in welcher Tod und Sünde durch Christus besiegt wurden, in die himmlische Welt der Auferstehung durch Christus. Im 2. Glaubensartikel sprechen wir: „Aufgefahren in den Himmel, er sitzt zur Rechten des Vaters und des Sohnes und des Heiligen  Geistes, von dort wirde er kommen zu richten die Lebenden und die Toten“´- Das ist gewisslich wahr !!!!!

Amen


Lied EG: 80,1

Gebet

Ehre und Preis sei dir, allmächtiger Gott und Vater. Du hast deinen Sohn Jesus Christus von den Toten herausgeführt und uns das Heil durch ihn gegeben. Du hast ihn zum Herrn über alle Welt erhoben. In seiner Obhut sind wir vor Feinden geschützt, der Sünde erlöst und mit guten Gaben beschenkt. Herr, wir bitten dich: besiege all unsern Zweifel, überwinde die Härte unserer Herzen, rede mit uns von deinem Reich, auf dessen Vollendung wir warten. Erfülle uns mit der Kraft des Heiligen Geistes, damit wir durch unser Reden, Tun und Handeln das Evanmgelium in dieser Welt bezeugen. Lass es nicht zu, dass wir mit Beten und Bitten aufhören zu dir zu rufen. Gib, dass uns nichts aus seiner Hand reiße und wir ihm, unserm Herrn folgen, bis wir vollendet sein werden in deinem Reich. Dort werden wir vereint sein mit allen Völkern der Erde und dich ewig loben und preisen.

Wir bitten dich für die ganze Christenheit, dass sie das Wort von der Auferstehung aufmerksam hört und dass bald ihre Spaltungen überwunden werden. Stärke die Verantwortlichen in dieser Welt mit Glaubensmut. Gib Frieden unsern Gemeindegliedern und schenke neues Leben in unseren Kreisen. Erbarme dich der Armen und Kranken, der Notleidenden und der Bekümmerten, wie auch aller, die schwere Lasten zu tragen haben. Gib Kraft den Müden, Trost den Trauernden, Schutz den Heimatlosen, Freude den Schaffenden, Heilung den Kranken, Hoffnung den Sterbenden. Stärke Ärzte und Helfer in ihrer Arbeit zum Wohle der Menschheit und gibt ein gutes Gelingen in der Erforschung dieser unsichtbaren Krankheit.

Lass bald ein Ende haben mit dieser schweren Zeit, mit all den Notverordnungen und falschen Informationen, die uns in unserer Einsamkeit grämen. Gib uns Geduld und Ruhe für unsere Herzen und Seelen und lass uns mitten im Lob, in dankbarer Stille harren, dessen, was da kommt.

In der Stille nennen wir die Namen derer, die uns am Herzen liegen, in der Nähe, wie in der Fremde....

Du, Herr, bist unsere Glaubensstärke unsere Zuvericht und unsere Hoffnung. Dir vertrauen wir und beten dich an, hier und jetzt, sowie in Ewigkeit. Amen

Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute,
und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigen.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.


Segen
Der Herr segne und behüte uns.
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über uns und sei uns gnädig.
Der Herr erhebe sein Angesicht auf uns und gebe uns Frieden.
Amen


Hausgottesdienst am Sonntag Rogate 17.05.2020

veröffentlicht um 13.05.2020, 01:38 von Christian Chelu   [ aktualisiert: 13.05.2020, 01:38 ]

Hausgottesdienst  am Sonntag Rogate 17.05.2020, Pfarrer Kurt Boltres


Im Namen Gottes, des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen


Lied EG. 276,1-9


Tagespsalm Nr. 92 „Freude am Lob Gottes“


Gebet:

Allmächtiger Gott. Du hast unsern Herrn Jesus Christus nicht im Grabe gelassen, sondern ihn zu deiner Herrlichkeit auferweckt. Aus der Gefangenschaft der Sünde und des Todes rufen wir zu dir: Schenke uns durch deinen lieben Sohn das neue Leben. Lass uns durch dein Wort deine Absicht mit uns erkennen. Herr erbarme dich unser ! Amen

Wir lesen Gottes Wort bei Matthäus 6,6-13

6 Wenn du aber betest, so geh in dein Kämmerlein und schließ die Tür zu und bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist; und dein Vater, der in das Verborgene sieht, wird dir's vergelten.

7 Und wenn ihr betet, sollt ihr nicht viel plappern wie die Heiden; denn sie meinen, sie werden erhört, wenn sie viele Worte machen.

8 Darum sollt ihr ihnen nicht gleichen. Denn euer Vater weiß, was ihr bedürft, bevor ihr ihn bittet.

9 Darum sollt ihr so beten:

Unser Vater im Himmel!
Dein Name werde geheiligt.

10  Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden.

11 Unser tägliches Brot gib uns heute.

12 Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

13 Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen. A
[Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.] 


Haltung und Inhalt beim Beten

Liebe Gemeinde, liebe Schwestern und Brüder,


Wir feiern heute den Sonntag ROGATE. In unserer evangelischen Kirche ist dieser Sonntag hauptsächlich auf das Bitten, das Beten, Das Suchen und das Finden ausgerichtet. Deshalb wurde für den heutigen Sonntag auch das Wort der Bergpredigt über das Bitten und Beten ausgewählt. Jedoch die Basis dieses 5. Sonntages nach Ostern kommt aus der Septuaginta, der ersten lateinischen Bibel, wo es heißt: „Vocem jucunditatis annuntiate, et audiatur.“ (Verkündet es jauchzend, damit man es hört) Jesaja 48,20. 

Historisch rührt die Bezeichnung des Sonntages Rogate von den Bittprozessionen für eine gute Ernte her, die an den drei Tagen vor Christi Himmelfahrt als Flurumgänge über die Felder in katholisch geprägten und ländlichen Gebieten noch heute üblich sind. Denkt euch nur, dass vor etwa 700 Jahren bis ins 19 Jh. diese Prozedur auch bei uns Siebenbürger Sachsen üblich war. Denn die Drei-Felderwirtschaft war früher das Modell für die Landwirtschaft. Hier musste immer 1/3 der ganzen Anbaufläche brach liegen. (M. Konnerth – im Heimatbuch Honigberg). Deshalb wurde in einer besonderen Prozession (Bittprozession) um den Segen für diese produktiven Felder gebeten. Durch die moderne Landwirtschaft und die zunehmende Mechanisierung, ist dieser Brauch jedoch ausgestorben. 

Das ist schade, denn ich hätte heute gerne, wie vor 300 Jahren gefeiert, mici gegessen und ein Bier getrunken, wenn gerade die mici-Rezepte aus Ro mit einem Fragezeichen behaftet sind. Die EU will sie uns verbieten, wegen den vielen nationalen Zutaten. Ich hoffe das geschieht nicht.

Jedoch nicht Essen und Trinken sollen heute im Vordergrund stehen, sondern das Bitten und Beten, wie es der Sonntag Rogate verlangt. Dabei ist darauf im Besonderen zu achten, dass unser Gebet nicht zur Routine wird. Ich habe es in letzter Zeit oft erlebt, wie beispielsweise beim PARASTAS, dem Tränenbrot, von orthodoxen Christen das Vaterunser als Tischgebet gebetet wird. Und das muss schnell gehen, denn eine Beerdigung dauert dort dennoch 2-3 Stunden und der Hunger macht sich bemerkbar. Jedoch wenn der Hunger ein Gebet bestimmen und Bedrängen soll, so ist da kein Gebet, sondern einfach eine Einleitungsformel, oder ein Toast beim  Glaserheben,  und gleicht einem kräftigen Atemholen, bevor der erste Löffel in den Mund geht. Ich will keineswegs kritisieren, weil ich selber keine Alternative dafür parade habe. Ich will nur darauf hinweisen, dass für ein Gebet sowohl Form als auch Inhalt stimmen müssen. Und da muss ich zurück greifen in meine Kindheit. Nicht nur von meiner Mutter habe ich die Haltung zum Gebet lernen können, sondern auch im ersten Religionsunterricht. Da hat uns nämlich Pfr. Gustav Barthmes gesagt: „Kinder, wenn ihr betet, dann schließt die Hände zusammen und kreuzt die Daumen übereinander. Das tut ihr zum Gedenken an den Herrn Jesus Christus, der am Kreuz in Jerusalem für uns gestorben ist und uns gelehrt hat zu Beten und zu Bitten, denn Gott hört alles.“ 

Nicht nur mir ist diese Gebetshaltung übermittelt worden, sondern uns allen. Denn wenn wir am Ende  unseres Gottesdienstes aufgefordert werden: Lasst uns beten ! – so falten wir automatisch die Hände, sind still und sprechen in unserem Inneren die Gebete, die wir hören nach. Wir plappern nicht einfach nach, so wie ein Kind das Sprechen lernt, sondern wir sind auch in Gedanken beim Gebet. 

Und dennoch geschieht es, dass wir plötzlich bei einem Gebetsanliegen abschweifen. So geschieht es mir nämlich: Ich lese automatisch das vorgschriebene Gebet des Sonntages, aber wenn die Armen, Kranken, Behinderten und Notleidenden genannt werden, dann ziehen blitzschnell all die bekannten Personen, die von diesen Leiden behaftet sind, an meinem inneren Auge vorüber. Und wenn dann zum stillen Gebet aufgefordert wird, sind diese Namen gegenwärtiger als vorher. 

Mir hat jemand gesegat: wenn du nur an die persönlichen Freunde denkst, dann hast du die Beziehung zu Gott verloren. Ich sage: das stimmt nicht ! Auch wenn ich die Stimme meines Vorbeters höre und in Gedanken meinen Alltagssorgen nachgehe, so ist meine Seele doch bei Gott. Auch wenn wir uns im Gebet verlieren und unsere Gedanken wo anders hin schweifen, so bleibt unsere Seele dennoch bei Gott. Auch wenn ich während des Gebetes an meine kranke Mutter denke und in Gedanken die Beschwerden und Leiden unserer Familie vor Augen habe, so ist dennoch meine Seele bei Gott. Denn so hat es auch Jesus gesagt: was immer und wie immer ihr betet, Gott sieht euer Herz an ! Als die Jünger den Herrn Jesus baten: Lehre uns beten ! – so hat er die Halleluja-Schreier an den Straßen auch nicht gepriesen, sondern Raum. Haltung und Inhalt angeboten. So ist das Vaterunser zu einem Modelgebet geworden, welches wir täglich am Morgen, wie am Abend beten sollen. Nicht herunterleiern mit Hintergedanken an Essen, Trinken und Feiern, sondern mit Herz und Gemüt, was Seele bedeutet, sagt der Apostel.

Das Gebet nämlich muss von Innen kommen, es muss innerlich wachsen und reifen. Es muss eine Stütze und tägliche Hilfe der Seele sein, sonst bleibt das Gebet unwirksam. Ich las unlängst über das Leben eines bekannten Schauspielers. Der lag nämlich im Sterben, er hatte Lungenkrebs vom langjährigen Rauchen. Als ihn ein alter Freund besuchte, mit dem er lange Jahre auf der Bühne gestanden war, bat er ihn: „Bete mit mir das Vaterunser !“ Da antwortete der andere ganz ehrlich, in schauspielerischem Jargon: „Ich bedaure, mir fehlt der Soufleur !“

Diese Antwort gab mir viel zu denken. Wir stehen doch nicht auf der Bühne, wenn wir beten. Können wir denn nur dann beten, wenn uns vorgeflüstert wird ? Können wir nur dann beten, wenn der Pfarrer vorbetet ? Könnne wir nur dann beten, wenn wir in äußerster Not sind und ein „Herr hilf“ ausrufen ? Können wir nur dann richtig beten, wenn beim Unfall Blut fließt und das Sterben sich nähert ?

Tun wir das, so sind wir Heuchler, oder gute Redner, die überzeugen wollen. Je mehr Worte – umso größer die Chancen. Irgendwann werde ich Gott schon erreichen, es wird schon eine Lücke geben, wo Gott erreicht wird. Natürlich sagt die Bibel: Betet ohne unterlass ! -, aber wo der Hintergrund, das Gottvertrauen fehlt, ist solches Gebet vergeblich. In unserem Gebet muss nämlich auch die Seele mit ihrem Gottvertrauen mitschwingen. Denn so sagt Jesus: „Euer Vater weiß, was ihr braucht, ehe ihr bittet !“ und der Apostel sagt: „Alles darfst du vor Gott bringen“.

Ist dieses ehrlich gemeint, so wird er es hören. Ist es jedoch ein einfaches Lippen-Geplapper, so hat Gott dafür auch eine Antwort bereit, denn er weiß am Besten was uns eigentlich fehlt und wird demenstprechend unsere Gebete belohnen. Die Chancen für eine Gebeterhörung liegen jedoch nur im Gottvertrauen und das tue ich auch ohne vorgeplapperte Verse, sondern aus meinem inneren Herzen und aus tiefster Seele. Die Seele spricht im Gebet mit und ist diese nicht in Ordnung, so tun wir uns auch mit dem Gebet schwer. So lasst uns die Seele in Ordnung bringen, was wiederum nur mit Gottes Hilfe möglich ist. Dafür gibt uns Jesus Christus in seiner Bergpredigt viele Richtlinien. Lasst sie uns voll annehmen, dann kommen wir Gott näher. Amen


Lied EG: 94,1-8


Gebet

Ehre und Preis sei dir, allmächtiger Gott und Vater. Du hast deinen Sohn Jesus Christus von den Toten herausgeführt und das Heil gegeben. In seiner Obhut sind wir vor Feinden geschützt, der Sünde erlöst und mit guten Gaben beschenkt. Herr , lass es nicht zu, dass wir mit Beten und Bitten aufhören zu dir zu rufen. Gib, dass uns nichts aus seiner Hand reiße und wir ihm, als unserem wahren Vorbild Tag und Nacht folgen, bis wir vollendet sein werden in deinem Reich. Dort werden wir vereint sein mit allen Völkern der Erde und dich ewig loben und preisen.

Wir bitten dich für die ganze Christenheit, dass sie das Wort von der Auferstehung aufmerksam hört und dass bald ihre Spaltungen überwunden werden. Stärke die Verantwortlichen in dieser Welt mit Glaubensmut. Gib Frieden unsern Gemeindegliedern und schenke neues Leben in unseren Kreisen. Erbarme dich der Armen und Kranken, der Notleidenden und der Bekümmerten, wie auch aller, die schwere Lasten zu tragen haben. Wir denken an unser Mütter, an unsere Kinder und an alle, die uns lieb sind in der Nähe und in der Ferne. Beschütze sie nach deiner großen Güte. Stärke Ärzte und Helfer in ihrer Arbeit zum Wohle der Menschheit und gibt ein gutes Gelingen in der Erforschung dieser unsichtbaren Krankheit.

Lass bald ein Ende haben mit dieser schweren Zeit, mit all den Notverordnungen und falschen Informationen, die uns in unserer Einsamkeit grämen. Gib uns Geduld und Ruhe für unsere Herzen und Seelen und lass uns mitten im Lob in dankbarer Stille harren, dessen, was da kommt.

In der Stille nennen wir die Namen derer, die uns am Herzen liegen, in der Nähe, wie in der Fremde....

Du, Herr, bist unsere Glaubensstärke und der Urgrund unseres Leben. Dir vertrauen wir und beten dich an, hier und jetzt, sowie in Ewigkeit. Amen


Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute,
und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigen.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.


Segen
Der Herr segne und behüte uns.
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über uns und sei uns gnädig.
Der Herr erhebe sein Angesicht auf uns und gebe uns Frieden.
Amen


Hausgottesdienst am Sonntag Kantate

veröffentlicht um 09.05.2020, 07:42 von Christian Chelu

Hausgottesdienst  am Sonntag Kantate 10.05.2020, Pfarrer Kurt Boltres


Im Namen Gottes, des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen


Lied EG. 208,1-4


Tagespsalm Nr. 149 „Zion lobe den Herrn“

Gebet:

Allmächtiger Gott. Du hast unsern Herrn Jesus Christus nicht im Grabe gelassen, sondern ihn zu deiner Herrlichkeit auferweckt. Aus der Gefangenschaft der Sünde und des Todes rufen wir zu dir: Schenke uns durch deinen lieben Sohn das neue Leben. Lass uns durch dein Wort deine Absicht mit uns erkennen. Herr erbarme dich unser ! Amen

Wir lesen das Predigtwort bei Jesaja 12,1-6


Zu der Zeit wirst du sagen:

Ich danke dir, HERR, dass du bist zornig gewesen über mich und dein Zorn sich gewendet hat und du mich tröstest. Siehe, Gott ist mein Heil, ich bin sicher und fürchte mich nicht; denn Gott der HERR ist meine Stärke und mein Psalm und ist mein Heil. Ihr werdet mit Freuden Wasser schöpfen aus den Heilsbrunnen.

Und ihr werdet sagen zu der Zeit: Danket dem HERRN, rufet an seinen Namen ! Machet kund unter den Völkern sein Tun, verkündiget, wie sein Name so hoch ist ! Lobsinget dem HERRN, denn er hat sich herrlich bewiesen. Solches sei kund in allen Landen ! Jauchze und rühme, du Tochter Zion; denn der Heilige Israels ist groß bei dir !


Ein Dank für hartes Eingreifen

Liebe Gemeinde, liebe Schwestern und Brüder,

Ein Klassenkamerad, bis zur 8. Klasse, hieß Peti. Er war sonst ein gewissenhafter Schüler und kam stets mit gemachten Hausaufgaben in die Schule. Und trotzdem hatte er keine Freunde, vielleicht weil er sich oft so merkwürdig verhielt und auch immer bei Prügeleien mit dabei war. Eines Tages, das war kurz nach einem Elternabend, stellte sich unser Lehrer vor ihn und sagte mit bestimmenden Ton: „Setzt deine Brille auf !“ – „Ich hab keine“, war die Antwort. Der Lehrer nahm darauf die Schultasche und leerte auf die Bank, nahm die Brille aus dem eisernen Etui und gab sie Peti. Der setzte sie auf. Daselbe wiederholte sich am 2. Tag und am 3. Tag. Am 4. Tag wühlte der Lehrer erneut in der Schultasche und gab die Brille zum Aufsetzen. Doch diesmal stemmte sich Peti hoch und sagte laut: NEIN !!! Dieses Nein war etwas, was uns den Atem stocken ließ. Das hatte es noch nie in  der Klasse gegeben. Und ich sehe ihn noch vor mir, den Lehrer, wie seine Schlagadern anschwollen, wie sich das Gesicht rötete, wie er explodierte und sich auf unsern Peti entlud. Ohrfeigen flogen von links und rechts, es klatschte laut. Der arme Peti jammerte und in dem Gemenge fiel die Brille plötzlich auf den Boden. Der Lehrer hielt inne, bückte sich, hob vorsichtig die Brille auf und legte sie neben Joki auf die Bank. Erschocken saß dieser da bis am Ende des Schultages. Und seit diesem Vorfall trug Peti täglich ohne Widerrede seine Brille, sogar zuhause und auch beim Spielen. Heute ist Peti Familienvater und ein gesetzter Mann, der aber jetzt keine Brille tragen muss, weil sich seine Augen korrigiert haben.

Warum erzähle ich diesen Vorfall ?

Weil von dem Tage an der Lehrer auch für mich ein anderer geworden war. Sein Zornesausbruch hatte Folgen. Der Respekt dem Lehrer gegenüber war von nun an von Angst begleitet. Und bei Peti war es ebenso. Trutzen, Scham und Mitleid mischten sich, dabei wollte man bei ihm ja nur das Gute, für ihn, für seine Augen und für seine Zukunft.

Beim Lesen unserer Predigtstelle aus dem Jesajabuch werden wir auch in widersprüchliche Gefühle versetzt. Die politische Situation des Königreiches Israel brachte das mit sich. Einerseits florierende Städte – andererseits zunehmende Armut, dann soziale Revolten und Unruhen. Bedrohliche Nachbarn tauchten auf und die politischen Führer müssen handeln. 

Etliche Propheten, darunter auch Jesaja, ermahnen die politische Elite zur Zurückhaltung und zu mehr Gottvertrauen. Doch ihr Rat ist nicht gefragt, weder in der Innenpolitik noch in  der Außenpolitik. Es beginnt eine lange Kette von schrecklichen Ereignissen: Krieg, Niederlage, Deportation, Exil und die Auflösung des Königreiches Israel.

Erst viel später sind diese Ereignisse und Mahnreden in einem Buch zusammengefügt worden. Heute lesen wir dieses Buch und entdecken, dass trotz allerlei Trübsale Gott, der Herr, sich immer wieder um seine Glaubenskinder sorgt. Er ruft sie zur Vernunft, wofür sie dankbar sind und Psalmen singen.

Auch uns heute fällt es schwer dankbar zu sein und zu singen. Es fällt uns deshalb schwer, weil wir von einer unsichtbaren Gefahr getroffen wurden und wir das oft widersprüchliche Handeln der Behörden nicht verstehen können. Es soll zu unserem Wohl sein, diese soziale Isolation. Doch wir vereinsamen dadurch nur. Dankbar in unserer Isolation zu sein, das könnten wir noch annehmen. Doch alleine zu singen, wo wir gewohnt waren miteinander in dem Gottesdienst dieses zu tun, das fällt uns schwer.

So fällt es uns schwer am Sonntag Kantate, dem Sonntag des Gesanges, dankbar zu sein und zu lobsingen. Das Schicksal unseres Volkes hat es auch an sich. In einer kurzen Rückschau sehen wir ebenfalls, wie vorhin erwähnt, Krieg, Deportation, Enteignung, Auswanderung und Zerstreuung. Wir sehen die Strafe für ein Vergehen, aber welches ? Wir fühlen einen bitteren Nachgeschmack von Zorn und reden von uns aus, über: - Schmerzen, Erfahrungen, Demütigungen, Ohnmacht, Begrenzung ... wir reden auch von Wut, von Scham und Angst.

Gott spielt nämlich die Hauptrolle in unserem Leben. Es gibt wohl keine Situation des Alltages, wo nicht Bezug im Unterbewusstsein auf Gott genommen wird, auch wenn wir dies nicht ausdrücklich betonen. Wir reden auch oft von ihm so, als wäre er einer von uns, als wäre er irdischer Natur. So hat es auch der Prophet Jesaja dargestellt, indem er das Bild vom Kinde anbringt. Das Kind, welches nicht auf den elterlichen Rat hören will und seinen eigenen Weg geht. Auch das politische Israel macht, was es will. Alle Mahnungen und Ratschläge aus dem Munde der Propheten bleiben ungehört. Wer nicht hören will, muss fühlen. Ein menschliches Bild wird uns von Gott gezeigt, weil Gott seine Kinder liebt und seinem Volk treu bleibt. Er ermahnt seine Kinder auch, damit sie selbstständig werden und lässt sie die Hand des Stärkeren spüren. Aber Gott leidet auch sein Volk unter seiner Entscheidung und er bereut sein Urteil oft. Er tröstet das Volk im Leiden und im Schmerz.

Ich denke meinem Lehrer erging es ähnlich. Er war nämlich ein guter Lehrer und hat unter seinem Ausbruch vor der Klasse sicherlich gelitten. Er wollte ja nur das Gute, musste es jedoch mit harter Hand erzwingen. Dadurch hatte sich aber das Verhältnis zueinander geändert. Heute ist mein Schulfreund dafür dankbar, denn seine Augen haben sich nicht verschlechtert, sondern korrigiert. Die konsequente und strenge Haltung des Lehrers hat dieses vermocht und mein Schulfreund hat auch längst den Groll gegen seinen Lehrer vergessen.

Sollten wir heute nicht auch dankbar sein und Gott, dem Herrn, ein Loblied singen. Er führt uns mit starker Hand durch dieses Leben. Er lenkt das ganze Weltgefüge und weiß von den Grenzen und Gefahren, noch bevor wir sie erkennen. Auch wenn wir zur äußersten Leistung gefordert werden und drohen zusammen zu brechen, so hilft er uns wieder und wieder die Last des Lebens zu tragen und zu ertragen. Er bleibt unser Herr, wie Psalm 23 es betont, - darum Lobet und preiset ihr Völker dem Herrn. Er, der Herr, weiß von den Grenzen und Gefahren, noch bevor wir sie erkennen. 

Am heutigen Sonntag wollen wir auch an unsere Mütter denken, denen in unserer Kirche immer der zweite Sonntag im Mai gewidmet war. Wir feiern den Muttertag diesmal zuhause und alleine in der Familie. Es fehlt uns dabei, das kleine Blumensträußchen, welches von den Kindern vor dem Gottesdienst verteilt wurde. Es fehlt uns der Chorgesang und die Verse der Kinder, die vorgetragen wurden. Es fehlt uns die Nähe zueinander und die Wärme eines wohlgemeinten Händedruckes. Es fehlt uns der dankbare Frohsinn, der an diesem Tag dominierte, trotz Trauer, Schmerz und Verlust in manchem Haus über eine verlorene Mutter. Die Situation ist nun mal eine andere, als normal.

Gott, der Herr, weiß jedoch darüber bescheid. Mit Sicherheit hat die Mutter meines Schulfreundes wegen dessen Augenschwäche bei Gott im Gebet angeklopft. Dem trotzigen Schulfreund war eben nur durch das harte Eingreifen des Lehrers zu helfen, als diesem das Problem beim  Elternabend bekannt gemacht wurde. Es war natürlich ein Schock für diesen, doch es hat geholfen. Und bei vielen Kindern hilft so ein hartes Eingreifen. Deshalb sollen wir unsern Müttern, unsern Lehrern und auch unserm Herrgott nicht vorenthalten, das Gute für uns erzwungen zu haben, mit welchen Mitteln auch immer.

Wir sollen sie lieber in unser Leben dankbar einbinden und an diesem Sontag ihnen ein Loblied singen. Denn so wie eine Mutter über ihrem Kind wacht und es beschützt, so tut es auch Gott. Aus diesem Grunde gebührt ihnen heute eine hohe Ehre, an welcher wir alle mit Segen teilhaben möchten. Amen


Lied EG: 260,1-7


Gebet

Ehre und Preis sei dir, allmächtiger Gott und Vater. Du hast deinen Sohn Jesus Christus von den Toten herausgeführt und das Heil gegeben. In seiner Obhut sind wir vor Feinden geschützt, der Sünde erlöst und mit guten Gaben beschenkt. Gib, dass uns nichts aus seiner Hand reiße und wir ihm, als unsern wahren Vorbild Tag und Nacht folgen, bis wir vollendet sein werden in deinem Reich. Dort werden wir vereint sein mit allen Völkern der Erde und dich ewig loben und preisen.

Wir bitten dich für die ganze Christenheit, dass sie das Wort von der Auferstehung aufmerksam hört und dass bald ihre Spaltungen überwunden werden. Stärke die Verantwortlichen in dieser Welt mit Glaubensmut. Gib Frieden unsern Gemeindegliedern und schenke neues Leben in unseren Kreisen. Erbarme dich der Armen und Kranken, der Notleidenden und der Bekümmerten, wie auch aller, die schwere Lasten zu tragen haben. Wir denken an unser Mütter, an unsere Kinder und an alle, die uns lieb sind in der Nähe und in der Ferne. Beschütze sie nach deiner großen Güte. Stärke Ärzte und Helfer in ihrer Arbeit zum Wohle der Menschheit und gibt ein gutes Gelingen in der Erforschung dieser unsichtbaren Krankheit.

Lass bald ein Ende haben mit dieser schweren Zeit, mit all den Notverordnungen und falschen Informationen, die uns in unserer Einsamkeit grämen. Gib uns Geduld und Ruhe für unsere Herzen und Seelen und lass uns mitten im Lob in dankbarer Stille harren, dessen, was da kommt.

In der Stille nennen wir die Namen derer, die uns am Herzen liegen, in der Nähe, wie in der Fremde....

Du, Herr, bist unsere Glaubensstärke und der Urgrund unseres Leben. Dir vertrauen wir und beten dich an, hier und jetzt, sowie in Ewigkeit. Amen




Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute,
und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigen.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.


Segen
Der Herr segne und behüte uns.
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über uns und sei uns gnädig.
Der Herr erhebe sein Angesicht auf uns und gebe uns Frieden.
Amen


Hausgottesdienst am Sonntag Jubilate 03.05.2020

veröffentlicht um 02.05.2020, 08:34 von Christian Chelu

Hausgottesdienst  am Sonntag Jubilate 03.05.2020, Pfarrer Kurt Boltres


Im Namen Gottes, des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen


Lied EG. 254,1-4


Tagespsalm Nr. 148 „Gottes Lob im Himmel und auf Erden“


Gebet:

Allmächtiger Gott. Du hast unsern Herrn Jesus Christus vom Tode erweckt uns gibst der Welt in ihm das neue Leben. Du hast ihn auch uns zum  Weinstock gesetzt, an dem wir Frucht bringen sollen. Wir klagen dir unsere Schuld, unsere Not und alles, was uns von ihm trennen will. Lass uns an ihm bleiben. Herr erbarme dich unser ! Amen

Wir lesen das Predigtwort des heutigen Tages bei Johannes 15,1-8


Ich bin der wahre Weinstock und mein Vater der Weingärtner. Eine jede Rebe an mir, die keine Frucht bringt, wird er wegnehmen; und eine jede, die Frucht bringt, wird er reinigen, dass sie mehr Frucht bringe. Ihr seid schon rein um des Wortes willen, das ich zu euch geredet habe. Bleibt in mir und ich in euch. Wie die Rebe keine Frucht bringen kann aus sich selbst, wenn sie nicht am Weinstock bleibt, so auch ihr nicht, wenn ihr nicht in mir bleibt.

Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht; denn ohne mich könnt ihr nichts tun. 

Wer nicht in mir bleibt, der wird weggeworfen wie eine Rebe und verdorrt, und man sammelt sie und wirft sie ins Feuer und sie müssen brennen. Wenn ihr in mir bleibt und meine Worte in euch bleiben, werdet ihr bitten, was ihr wollt, und es wird euch widerfahren. Darin wird mein Vater verherrlicht, dass ihr viel Frucht bringt und werdet meine Jünger.


Unser Ziel – gute Früchte

Liebe Gemeinde, liebe Schwestern und Brüder in Christus,

Leider ist in der Welt nicht alles Gold, was glänzt. So hat auch der natürliche Weinstock seine Gegner. Einer der härtesten Gegner, welchen Europa im gesamten Weinbau erlebt hat, war die Reblaus. In der Mitte des 19. Jh. wurde die Reblaus von Amerika her mit amerikanischen Weinsorten eingeschleppt. Es war eine Reblausart, die im Besonderen die Wurzeln des Weinstockes befiel und zerstörte. Besonders hart traf es damals Frankreich. Doch auch in Siebenbürgen richtete diese Reblaus erst um das Jahr 1903 großen Schaden an. Viele Weinbauern aus dem Altland bei Schässburg-Mediasch-Karlsburg, also an der großen-kleinen Kokel entlang verarmten plötzlich und waren der Hungesnot sehr nahe. Damals wanderten viele Burschen und Familienväter nach Amerika aus. Einige kamen zurück, andere blieben dort und gründeten die amerikanisch-sächsische Gemeinschaft.

Mit Chemikalien konte man diesem Schädling nicht ankommen. Heilung in dieser Krise brachten schließlich amerikanische Wurzelstöcke, die gegen den Schädling resistent waren. Auf sie veredelt man seither alle europäischen Sorten. Und die Reblaus kann nicht mehr so großen Schaden anrichten. Jesus Christus hat diesen Schädling nicht gekannt, sonst hätte er auf diesen Schädling hin auch ein Gleichnis gesprochen.

"Ich bin der Weinstock, Ihr seid die Reben!" erinnert uns Jesus heute im Predigttext. Die Reben und die Weinranken, damit sind wir gemeint, die Gemeinde - die Kirche. Jesus, dafür ist der knorrige Weinstock. Weinstock und Reben sehen zwar vielleicht völlig unterschiedlich aus, aber im Endeffekt sind sie ein und dieselbe Pflanze ! Die Reben sind nichts Fremdes, nicht draufgepflanzt, wie ein roter Kaktus von einem geschickten Gärtner auf eine grüne Unterlage gesetzt wird. Der Weinstock und die Rebe ist ein und das selbe.  Doch der Weinstock ist dick, faserig, holzig, knorrig und vielleicht auch schon uralt - und die Reben dagegen sind lang, dünn und biegsam und mit Ranken versehen, die sogar andere Reben abwürgen können.  Sie haben aber Blätter und Blüten und tragen Früchte und sind doch im Verhältnis zum Weinstock eine nagelneue Sache. Dennoch, Weinstock und Rebe sind eins. Nicht voneinander zu trennen, denn sie leben vom selben Wasser, Licht, Luft und der bedachten Pflege des Winzers.

Also geht es gar nicht anders für den Menschen, als am Weinstock zu bleiben, um dasselbe Wasser, dieselben Nährstoffe, dasselbe Licht, dieselbe Luft und dieselbe Pflege zu genießen. Und dennoch gibt es Dinge, die das nicht zulassen wollen.

Auch dem Weinstock, also der christlichen Kirche, wird heute kritisch die ein oder andere Krankheit zugeschrieben: 1) allgemeiner Kümmerwuchs bei schwindender Substanz, bei abnehmender Hörerzahl, 2) mageres oder ungenießbares Fruchten durch umweltbedingte Dinge, 3) Saft- und Kraftlosigkeit in der Verkündigung des Gotteswortes, eine schwindende Verwurzelung innerhalb der modernen Gesellschaft mit anderen Geistes-wissenschaften usw. ... um nur einige davon zu nennen. Es wird gerade in wirtschaftlich, schwierigen Zeiten immer wieder darüber nachgedacht, wo etwas an diesem Gemeinschaftswesen zu beschneiden wäre und wie solche nutzlose Mitesser, wie Parasiten + Rebläuse also, zu entfernen wären. Und natürlich gibt es auch die Idee, die Kirche gegebenenfalls auf bessere Wurzelstöcke zu veredeln, z.B. auf die amerikanische Sorte von aggressiver Sekten wie „Willow Creek“ (kirchlicher Weideplatz) oder die bereits weit verbreitete Sorte „McKinsey“, die Menschen leiten und beraten wollen, oder die Zeugen Jehovas, die Scientology und andere. Auch wird dem gesamten Weinberg, der Kirche „Fundraising“ verordnet, also Geldquellen suchen - siehe Gleichnis vom Schatz im Acker (Matthäus 13/44), wo es um etwas ganz anderes geht. Offensichtlich handelt es sich hier um den Versuch einer grundlegenden Bodenverbesserung für den Weinberg der Kirche.

Wir wollen all die ernannten und selbsternannten Pflanzendoktoren und Weinbauexperten in der Kirche nicht entmutigen – müssen aber feststellen, dass Rebläuse und andere Krankheiten in unserem Gleichnis überhaupt keine Rolle spielen. Sie kommen gar nicht vor. Auch stellen wir fest, dass in dem Weinberg, den Jesus uns vor Augen hält, nur ein einziger Weinbauer am Werk ist: nämlich Gott selbst. Schließlich muss die Kirche auch noch die Aussage hinnehmen, dass sie gar nicht der Weinstock ist, sondern nur die Reben. Christus ist der Weinstock und die Kirche hängt sozusagen nur an ihm, oder sie fällt ab, verdorrt und taugt nur noch zum Verheizen. Denn ohne mich könnt ihr nichts tun, - sagt Jesus. Das können aktive Kirchenmitglieder, die wir hoffentlich alle sind, wirklich schwer hören.

Aber in jeder zum Teil auch kränkenden Aussage, die ein Wort der Bibel für uns auf den ersten Blick bereithält, steckt etwas Heilsames. Oder ist das nicht entlastend, wenn Jesus uns den Platz als Rebe und Traube zuweist, um die sich Gott der Weingärtner kümmert ? Denn dem Weinbauern geht es ja nicht um das unbrauchbare Rebenholz, sondern er will viele Früchte ernten. Er geht achtsam mit uns um; beschneidet den ein oder anderen Wildwuchs, bindet an und nimmt auch einmal etwas weg, an dem wir hängen. Das mag schmerzhaft sein, aber der Weingärtner weiß darum, um das gute Ziel. 

Ihr seid schon rein um des Wortes willen, das ich zu euch geredet habe, - sagt Jesus und nimmt seinen Jüngern die Angst weg, der Weingärtner könnte gleich zum Spaten oder zur Axt greifen. Denn wer am Weinstock Christus wächst hat für immer eine Zukunft. Denn in Ewigkeit wird Gott diesen Weinstock nicht verwerfen. Deshalb ist dies auch ein österlicher Text. Deshalb gehört er zum Sonntag Jubilate: Wir dürfen ganz zu dem gehören, der an Ostern die Mauern des Todes für immer eingerissen hat. Wir dürfen jubeln und uns freuen. Der Herr ist auferstanden.

Es mag hier nun seltsam klingen, dass Jesus Christus uns zum Bleiben auffordert. Einer Rebe am Weinstock muss solches ja nicht extra gesagt werden. Für sie ist es eine „unmögliche Möglichkeit“ sich vom Weinstock zu trennen. Aber Jesus weiß, was für Menschen wir sind, und dass uns „unmögliche Möglichkeiten“ immer wieder in den Sinn kommen. Besonders der aufgeklärte und moderne Mensch hat ein Talent, auch die Äste abzusägen, auf denen er sitzt. Er bedroht die Ökosysteme, von denen er lebt, er vergiftet die Luft, die er einatmet, er verbraucht die Schätze der Erde, als gäbe es kein Morgen, er vergisst seine Grenzen und dass ihm einer sagen muss, was gut ist und dem Frieden dient. Und deshalb muss die christliche Kirche wissen: Den Saft, den der Mensch braucht, um zu blühen und Frucht zu tragen, kann er sich nicht selbst herstellen. Er ist wie die Rebe auf den Weinstock angewiesen. Wir alle kennen genug Beispiele, was passiert wenn Menschen von allen guten Säften, oder sagen wir besser, von allen guten Geistern verlassen sind. Man muss nur einmal am Nachmittag das Privatfernsehen einschalten, und auf die vielen Korruptionsberichte hören.

Prüfen wir unser Tun darauf hin, ob wir im Herzen davon berührt sind, als wahre Christen Frucht zu bringen, die den Vater verherrlicht: Hört das folgende Beispiel !

Als man das Münster zu Freiburg baute, fragte man drei Steinmetzen nach ihrer Arbeit. 

Der eine saß und haute Quader zurecht für die Mauern der Wand. "Was machst du da ?" "Ich haue Steine." Ein anderer mühte sich um das Rund einer kleinen Säule für das Blendwerk der Tür. "Was machst du da?" "Ich verdiene Geld für meine Familie."  Ein dritter bückte sich über das Ornament einer Kreuzblume für den Fensterbogen, mit dem Meißel vorsichtig tastend. "Was machst du da?" "Ich baue am Dom."

Erst in der dritten Antwort spürt man etwas von dem Sinn der Arbeit, vom sinnhaften Tun dieses Handwerkers. Und obwohl die anderen beiden Handwerker auch richtig und ehrlich geantwortet haben, so ist doch ihr Denken enger, wenn wir es so wollen: mehr auf sich bezogen und nicht auf die Verherrlichung Gottes in seinem Tun.

Sind wir nun die Reben des christlichen Weistockes, so sollen wir uns daraufhin ausrichten, in all unserem Tun eine würdige Frucht zu schaffen, die in dankbarer Weise Gott lobt und preist. Das will uns Jesus Christus durch dieses Gleichnis vermitteln. Lasst uns also am Dom unserer Kirche mitbauen und gute Früchte tragen. Lasst uns nicht abgehalten werden von einer Corona-Krise, die zwar Angst verbreitet, aber uns nicht vom Weinstock Christi trennen kann. Denn er nimmt auch diese Angst von uns, wenn wir treu zu ihm halten in Glauben, Zuversicht und Hoffnung. Denn nichts kann uns von ihm trennen. Amen


Lied EG: 271,1-4

Gebet

Ehre und Preis sei dir, allmächtiger Gott und Vater. Du hast und durch deinen Sohn Jesus Christus den Zugang zum wahren Leben geöffnet und durch die Auferstehung der ganzen Welt das Heil gebracht. Du willst, dass wir an ihm gebunden bleiben und Frucht bringen, wie die Reben am Weinstock. So reinige du uns von allem, was uns von ihm trenne nkann. Stärke uns mit der gewissheit, dass du uns mit der gesamten Schöpfung vollenden wirst in deinem reich. Dort werden wir vereint mit allen Völkern der Erde dich ewig loben und preisen.

Wir bitten dich für die ganze Christenheit, dass sie das Wort von der Auferstehung aufmerksam hört und dass bald ihre Spaltungen überwunden werden. Stärke die Verantwortlichen in dieser Welt mit Glaubensmut, damit sie gute Vorbilder für die nächsten Generationen werden. Gib Frieden unsern Gemeindegliedern und schenke neues Leben in unseren Kreisen. Erbarme dich der Armen und Kranken, der Notleidenden und der Bekümmerten, wie auch aller, die schwere Lasten zu tragen haben. Nimm von uns alle Ängste des Lebens, selbst die Angst dieser Coronazeit. Stärke Ärzte und Helfer in ihrem Dienst. Lasst uns die Heilung an Leib und Seele erfahren, da wir von ganzem Herzen am Weinstock Christi bleiben wollen, worin wir das wahre Leben erkennen. Gibt Zuversicht und Hoffnung, und stärke unsern Glauben.

In der Stille nennen wir die Namen derer, die uns am Herzen liegen, in der Nähe, wie in der Fremde....

Du, Herr, bist unsere Glaubensstärke und das Grundmuster unseres Leben. Dir vertrauen wir und beten dich an, hier und jetzt, sowie in Ewigkeit. Amen

Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute,
und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Segen
Der Herr segne und behüte uns.
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über uns und sei uns gnädig.
Der Herr erhebe sein Angesicht auf uns und gebe uns Frieden.
Amen


Hausgottesdienst am Sonntag Misericordias Domini 26.04.2020

veröffentlicht um 23.04.2020, 10:44 von Christian Chelu   [ aktualisiert: 23.04.2020, 10:44 ]

Hausgottesdienst am Sonntag Misericordias Domini 26.04.2020, Pfarrer Kurt Boltres

Im Namen Gottes, des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen

Lied EG. 198,1-5

Tagespsalm Nr. 136 „Gottes Wunder in seiner Schöpfung und in der geschichte seines Volkes“

Gebet:
Allmächtiger Gott. Du hast unsern Herrn Jesus Christus nicht im Grabe gelassen, sondern ihn zu deiner Herrlichkeit auferweckt. Aus der Gefangenschaft der Sünde und des Todes rufen wir zu dir: Schenke uns durch deinen lieben Sohn das neue Leben. Herr erbarme dich unser ! Amen
Wir lesen das Predigtwort des heutigen Tages bei 1.Petrus 2,21-25

21 Denn dazu seid ihr berufen, da auch Christus gelitten hat für euch und euch ein Vorbild hinterlassen, dass ihr sollt nachfolgen seinen Fußtapfen; 
22 er, der keine Sünde getan hat und in dessen Mund sich kein Betrug fand; 
23 der nicht widerschmähte, als er geschmäht wurde, nicht drohte, als er litt, er stellte es aber dem anheim, der gerecht richtet; 
24 der unsre Sünde selbst hinaufgetragen hat an seinem Leibe auf das Holz, damit wir, der Sünde abgestorben, der Gerechtigkeit leben. Durch seine Wunden seid ihr heil geworden. 
25 Denn ihr wart wie die irrenden Schafe; aber ihr seid nun bekehrt zu dem Hirten und Bischof eurer Seelen.

Das wahrhaftige Vorbild
Liebe Schwestern und Brüder, liebe Gemeinde,
Wir gehen heute zurück auf das Jahr 80 n.Chr. In diesem Jahr ist vermutlich dieser Brief von einem Bischof aus Kleinasien geschrieben worden. An wen dieser Brief geschrieben worden  ist, das ist uns unbekannt. Der Bischof aus Kleinasien hatte in der schweren Zeit nach der ersten grausamen Christenverfolgung, durch Kaiser NERO (56-68), die nötige Autorität erneut auf Jesus Christus, den Heiland und Hirten der Seelen, hinzuweisen. Die Zeit, wo die Christen als Freiwild gejagt wurden, hatte sich scheinbar etwas gelockert. Die Zahl der Christen war aber trotz dieser grausamen Vernichtungsaktion gestiegen. Und diesen anwachsenden Christengemeinschaften reichte das Bekenntnis und der Lobpreis an Christus nicht mehr, sie brauchten etwas greifbares, etwas sichtbares, etwas haltbares ... sie brauchten Vorbilder.
So ist es mit uns Menschen. Wir brauchen Vorbilder, an denen wir uns orientieren können. Denn ohne Vorbilder können wir nicht leben. Sie müssen uns nicht unbedingt bewusst prägen, indem wir ihre Lebensweise nachahmen. Sie fügen sich auch unbewusst in unsere Seele ein und bestimmen unser Denken, unser Urteilen und Handeln. Selbst wenn in den meisten Fällen die eigenen Eltern oder einer der nächsten Bekannten zum Vorbild gewählt werden, so sind diese Vorbilder nicht aus unseren Kreisen wegzudenken. Jeder von uns kann ruhig zugeben ein solches Vorbild gehabt zu haben. 
Mein Vorbild war ein gütiger und telentierter Lehrer, der sich durch seine bescheidene Art, seinen Gaben und Begabungen, zur Formung seiner Schüler einsetzte. Das ist ihm auch in vielen Fällen gelungen, denn gerne erinnern sich meine Generationen an seine lehrreiche Tätigkeit, an seine Klassenstunden und an seine außerschulischen Ausflüge.
Leider haben wir auch eine Zeit erlebt, wo uns Vorbilder aufgezwungen wurden. Durch die Propaganda der Nazizeit und auch durch die intensive Gegenpropaganda der kommunistischen Ära wurden uns Vorbilder aufgezwungen, die der Ideologie dienten. Es waren jedoch Vorbilder, die uns nur Unglück brachten. Es waren Vorbilder, die einem Rechtssystem dienten, aber kein  wahres Fundament hatten. Ich kann nicht vergessen, dass wir in der Schule gezwungen wurden, Gh. Gh. Dej und alle 12 Minister, die in der Klasse in Bildern an der Wand hingen, mit Namen auswendig zu lernen. Manch andere Vorbilder erreichten eine geistige Höhe, aber ihre Ansichten und Erkenntnisse brachten dem Volk nur Not und Elend, ich denke da an die gehassten Marx, Engels und Lenin, die beim Defilieren als „plancarte“ hoch gehalten werden mussten. 
Ich kann aber auch sagen, dass uns in der Schule andere Vorbilder angeboten wurden, die ein hohes Geistiges Niveau erreicht haben und auf Weltebene hoch geschätzt wurden. Z.B. J.W.Goethe, Fr.Schiller, L.v.Bethoven, I.Kant, H. Oberth usw. Doch die Nähe solcher Genies zu erreichen, ist uns nicht gegeben.
Die Daueraufgabe einer jeden Generation ist es Vorbilder für die nachfolgenden Generationen zu schaffen, so habe ich das am Studium mitbekommen. Doch in der Grundschule klang es anders. Ich durfte nicht auf ein Vorbild meines Großvaters zurückgreifen, denn er war ein „ghiabur“, er hatte Arbeitskräfte aus der Braner Gegend für die Erntearbeit eingestellt und diese „ausgebeutet“. Auch einen Großonkel durfte ich nicht als Vorbild nehmen, denn war Eigentümer einer Schuhfabrik in Bukarest gewesen und hatte seine Arbeiter „ausgebeutet“, weswegen er an den Kanal deportiert wurde. Ein anderer Onkel war Chemiefachmann bei den Ölfeldern von Moreni-Breaza, von den Amerikanern angestellt und ebenfalls zum Ausbeuter gestempelt worden, er starb in Russland in der Deportation usw. Nicht einmal als Bezugsperson durfte ich diese erwähnen. Dabei hatten sie keiner Fliege etwas zu Leide getan, geschweige denn jemanden ausgebeutet. Daher hatte ich „origine nesanatoasa“ und die Chancen für andere Studienfächer waren verringert worden.
Die Nachkommen brauchen Vorbilder, auch wenn sie diese heute nicht mehr aus den eigenen Reihen suchen, sondern aus Filmen oder aus dem Internet holen. Die junge Generation braucht solche Vorbilder, die ihr nicht aufgezwungen werden, indem man ihr sagt: IHR sollt nicht so sein, denn  durch sie ist das und das geschehen.
In großer Sorge um ein wertvolles Vorbild für die nachfolgende Generation, stand auch der Bischof Petrus aus Kleinasien. Er stand in der Sorge um eine sinnvolle Orientierung für die Gemeinde, als er diesen Hirtenbrief schrieb. Was für Vorbilder aus der Reihe der weltlichen Bürger konnte er denn bieten ? Die Römer, die sich ihre Gsetze nach eigenen Vorteilen schafften, und ihre Macht auf die Söldner und Sklaven stützten ? Auch in den eigenen Reihen waren keine Vorbilder zu finden. Lauter gedrückte, vergrämte und versklavte Individuen, die in einem menschenunwürdigen Dasein standen. Ohne Hoffnung standen die ersten Christen da und waren auf Leben und Tod den Launen ihrer Herrscher ausgeliefert. Sie durften sich nicht wehren, wenn sogar ihre noch ungetauften Kinder verkauft wurden. Sie durften sich nicht wehren, wenn ihr Leben für die Herren unbrauchbar geworden war und diese ihnen frei werden wollten. Sie durften sich nicht verteidigen, wenn sie ohne Grund geschlagen oder misshandelt wurden. Sie waren auf ewig verurteilt Schmerzen zu ertragen, Leiden und Not zu erdulden; als Sklaven und auch als freie Bürger zweiter Klasse.
Für diese geplagten Menschen schrieb der Bischof Petrus diesen Hirtenbrief, um ihre Seelen zu stärken, um ihnen Hoffnung fürs Leben zu geben. Der Bischof Petrus bietet in seinem Brief ein Verhaltensmuster an, das zwar Leiden nicht lindert, welches aber durch das Vorbild des leidenden Christus geprät ist. Deshalb werden hier auch die Fußspuren Crhsiti erwähnt, um sich an ihnen zu orientieren.
Viele Weltpolitiker haben sich an Christus orientiert und viele Kirchenleute haben die Nachfolge in christlicher Art ernst genommen und damit ein würdiges und demutvolles Leben geführt. 
Von dem Mitropoliten Andrei Saguna, den die siebenbürgisch-orthodoxe Kirche sehr hoch schätzt wird erzählt, dass ihn einmal ein Pope aus einem Dorf besucht hat, um sich zu beklagen. Er klagte über seine Armut und sein Missgeschick in einem armen Dorf zu leben, und bat um Hilfe. Der Mitropolit hörte ihn an und überreichte ihm eine Bibel, mit der Anordnung darin zu lesen. Nach einem halben Jahr trafen sich die beiden wieder und von neuem beklagte sich der Pope über seine Armut. Darauf sagte der Mitropolit zu ihm: Ich merke, du hast in der Bibel nicht gelesen, sonst hättest du die Geldscheine entdeckt, die ich dir als Hilfe hinein gelegt habe. Beschämt schlich der Pope davon.
Seht, das Leitbild Christi hat vielen Menschen zu einem Grundmuster fürs Leben verholfen. Und wenn Jesus Christus sagt: ICH bin der gute Hirte, so stimmt das. Denn wie ein guter Hirte führt er uns durch diese vergängliche Welt, die voller Gefahren, voller Verlockungen, voller Verzweiflung und voller Not ist. Er sorgt für uns auf allen Wegen und er sorgt sogar auf die verirrten Schafe seiner Herde, die bocken und ausbrechen und sich verlieren. Er sorgt auch für die Fremden, die nicht zu uns gehören, denn er ist auch ihr Herr und Heiland.
Haben wir Sorgen – er sorgt für uns
Haben wir Hunger – er gibt uns das Brot
Haben wir Durst – er gibt uns Wasser des Lebens
Haben wir Unfrieden – er gibt uns seinen  Frieden
Haben wir Angst – er hat die Welt überwunden
Haben wir Anfechtungen – er hat Sünde und Tod besiegt
Und in der Ewigkeit tritt er uns entgegen – denn  er kennt uns.
Unsere größte, momentane Sorge ist wohl diese Corrona-Krise, in die wir hineingeraten sind. Es war nicht unser Wunsch. Es war nicht ein medizinisches Experiment. Es war nicht politischer Wille. Es war wohl unser Schicksal, hier auf die Probe gestellt zu werden. Doch wenn wir in dieser Krise uns wieder auf das Grundmuster des Lebens beziehen und den Hirten unserer Seelen, nämlich unsern Heiland Jesus Christuis, zum Vorbild nehmen, so wird dieser uns beistehn und uns helfen, zu leben und zu überleben. Das nennen wir Glauben, so wie es Paulus in der Aspostelgeschichte dem Kerkermeister von Philippi zuspricht: „Glaube an den Herrn Jesus, so wirst du und dein Haus selig !“ (Apg. 16,31)


Lied EG: 222,1-5

Gebet
Ehre und Preis sei dir, allmächtiger Gott und Vater. Du hast deinen Sohn Jesus Christus von den Toten herausgeführt und uns zum guten Hirten gegeben. In seiner Obhut sind wir vor Feinden geschützt, der Sünde erlöst und mit guten Gaben beschenkt. Gib, dass uns nichts aus seiner Hand reiße und wir ihm, als unsern wahren Vorbild Tag und Nacht folgen, bis wir vollendet sein werden in deinem Reich. Dort werden wir vereint mit allen Völkern der Erde dich ewig loben und preisen.
Wir bitten dich für die ganze Christenheit, dass sie das Wort von der Auferstehung aufmerksam hört und dass bald ihre Spaltungen überwunden werden. Stärke die Verantwortlichen in dieser Welt mit Glaubensmut, damit sie gute Vorbilder für die nächsten Generationen werden. Gib Frieden unsern Gemeindegliedern und schenke neues Leben in unseren Kreisen. Erbarme dich der Armen und Kranken, der Notleidenden und der Bekümmerten, wie auch aller, die schwere Lasten zu tragen haben. Der Hirte unserer Seelen möge alle unter seinen Schutz nehmen.
In der Stille nennen wir die Namen derer, die uns am Herzen liegen, in der Nähe, wie in der Fremde....
Du, Herr, bist unsere Glaubensstärke und das Grundmuster unseres Leben. Dir vertrauen wir und beten dich an, hier und jetzt, sowie in Ewigkeit. Amen



Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute,
und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Segen
Der Herr segne und behüte uns.
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über uns und sei uns gnädig.
Der Herr erhebe sein Angesicht auf uns und gebe uns Frieden.
Amen

Hausgottesdienst am Sonntag Quasimodo Geniti

veröffentlicht um 17.04.2020, 09:01 von Christian Chelu   [ aktualisiert: 17.04.2020, 09:02 ]

Hausgottesdienst  am Sonntag Quasimodo Geniti,19.04.2020, Pfarrer Kurt Boltres
Im Namen Gottes, des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen

Lied EG. 127,1-3


Tagespsalm Nr. 16 „Das schöne Erbteil“

Gebet:
Allmächtiger Gott. Du hast unsern Herrn Jesus Christus nicht im Grabe gelassen, sondern ihn zu deiner Herrlichkeit auferweckt. Aus der Gefangenschaft der Sünde und des Todes rufen wir zu dir: Schenke uns durch deinen lieben Sohn das neue Leben. Herr erbarme dich unser ! Amen
Wir lesen das Predigtwort des heutigen Tages bei Jesaja 40:12-31

28 Weißt du nicht ? Hast du nicht gehört ? Der HERR, der ewige Gott, der die Enden der Erde geschaffen hat, wird nicht müde noch matt, sein Verstand ist unausforschlich. 29 Er gibt dem Müden Kraft, und Stärke genug dem Unvermögenden. 30 Männer werden müde und matt, und Jünglinge straucheln und fallen; 31 aber die auf den HERRN harren, kriegen neue Kraft, dass sie auffahren mit Flügeln wie Adler, dass sie laufen und nicht matt werden, dass sie wandeln und nicht müde werden. (Jesaja 40,28-31)

Ein neuer Ausblick !

Liebe Gemeinde, liebe Schwestern und Brüder, 
Ein Volk befindet sich unter der Knute von fremden Herren. Wir schreiben etwa das Jahr 550 v.Chr. Freiheit, Gerechtigkeit und Frieden gibt es nicht mehr für dieses Volk. Die Menschen überleben nur, weil sie stille halten und in blindem Gehorsam verharren. Sie sind zwar keine Sklaven, dürfen aber das Land nicht verlassen. Ihre Kinder aus der zweiten Generation wachsen unter einem Regime auf, das sie wie Gefangene hält. Die Sehnsucht nach Freiheit wächst allenthalben und überall bei diesen Menschen. Doch hier aufmerken:
Wie viele Völker kommen uns augenblicklich in den Sinn, Völker die gerade heute genau das ertragen müssen, was die Bibel uns beschreibt. Es wird hier jeder Tag zum Kampf um das nackte Überleben ! Wir erinnern da an die vielen Christen im Nahen Osten, in Syrien, in der Türkei, in Irak, im Iran und Somalien, wo alle nicht mehr geduldet werden und wo sie in ständiger Angst um ihre Freiheit bangen müssen.
Es gibt jedoch auch Länder in Afrika oder in Asien, wo die Christen noch verfolgt werden und manchmal nicht wissen, ob sie den anderen Tag erleben werden. Ganze Sippen und Familienverbände leben unter Bedrohung, Angst und Verfolgung.
In vielen Ländern wird der Kampf um Freiheit von Befreiungsbewegungen militärisch geführt, während sich andere mit gleichen oder ähnlichen Zielen trotz aller Gefahren politisch oder auch literarisch engagieren. Auch dafür gibt es genügend Beispiele in der Geschichte der Menschheit.
Doch wir gehen in Gedanken um einige Jahrzehnte zurück und horchen auf den Jubel der Siegermächte in dem sozialistischen Ostblock. In den Besatzungszonen des Ostblocks war viel Leid und Klagen zu hören. Nicht zu vergessen unser sächsisches Volk in der Zeit der Diktatur. Deportation, Enteignung und politischer Arrest sind nicht vergessen ! 
Mich selber haben rumänische Jungen gejagt und mir nachgeschrien „Hitleristule“. Ich selber bin mit „proprietari“ am besetzten Hof groß gewachsen, die aus der guten Stube nicht mehr ausziehen wollten. Und als sie auszogen, nahmen sie auch das mit, was ihnen nicht gehörte. Ich selber habe ein Militär durchquälen müssen, bei welchem ich den Status der Minderheit zu spüren bekam. 
Und ich selber habe in meinen Predigten vor der Wende immer wieder Bezug genommen auf das Volk Israel in einer über Generationen anhaltenden Gefangenschaft. Und wenn Jugendtreffen stattfanden, das war für uns auch eine Grauzone in der wir uns bewegen konnten, habe ich liebend gerne das Lied „Die Gedanken sind frei“ singen lassen. Ich kann heute dankbar sein, dass die Miliz und auch andere nicht Deutsch verstanden und die Landessprache rumänisch war und ist.
Auch der Prophet Jesaja, liebe Gemeinde, stellt sich in schwerer Zeit an die Seite seines Volkes, um den geplagten Menschen Mut zu machen. Er stärkt ihren Mut durch radikale Worte, denn nur diese werden in dem extrem harten Überlebenskampf gehört. Es ist Jesajas Überzeugung, dass nur der Glaube an Gott, den Menschen Halt und Stärke geben kann. Ein beständiger Glaube wird Ihnen Immunität verleihen gegen Anpassung, Verzweiflung und Depression. 
Denn: Wer ist schon das Volk der Babylonier, hören wir in diesem Klagelied, wer ist dieses Volk, das Israel so unmenschlich niederdrückt ? Wer sind seine prächtigen und mächtigen Könige ? Worin bestehen seine kulturellen Errungenschaften, wie z.B. das Ishtar-tor und die große Prachtstraße, die man heute im Berliner Pergamonmuseum bewundern kann ? Welche Kraft haben die Götter der Babylonier, welche Kraft besitzt die ganze babylonische Kultur dann, wenn das Licht des Gottes Israels, des wahren Gottes, auf sie fällt ? Die Völker, und so auch das Herrschervolk der Babylonier werden vor diesem Gott zu einem einzigen Wassertropfen an einem Wassereimer ! Wie viele Wassertropfen mag wohl ein einziger Eimer fassen ? Wer kann das schon wissen ! Babylonier ? Fragen lauter Fragen, die im Jesajabuch nachzulesen sind.
Die Babylonier sind nach der Überzeugung des Jesaja nichts weiter als ein kleiner unbedeutender Tropfen, der aus dem Wassereimer schwappt und sich in Nichts auflöst (wie auch die Kommunisten von denen nicht gepredigt werden durfte) ! Der Prophet, liebe Schwestern und Brüder, stärkt die deportierten Juden in ihrem Überlebenskampf, indem er ihnen das Bild des unvergleichlichen und allmächtigen Gottes vor Augen führt. Unser Gott, so hören es die Menschen aus seinem Munde, ist einzigartig, er vermag alles, er kann uns in die Freiheit führen – was dann übrigens einige Jahre später tatsächlich eingetreten ist. Der Perserkönig Kyros stürzte die babylonische Herrschaft und ließ das Volk Israel in seine Heimatland ziehen. Israel hörte und erlebte in jener Zeit, was auch wir in unserm Glaubensbekenntnis bekennen, wenn wir sprechen: Ich glaube an Gott den Vater, den Allmächtigen… 
Aber, wenn wir das Glaubensbekenntnis als Christen so aussprechen, öffnet sich uns geradezu ein riesiges Areal von Fragen und Einwänden, von kritischen Gedanken und Widersprüchen, die an dieser Stelle nicht einmal erwähnt werden können. Und zwar nicht nur jene scheinbar lustige Frage, die Theologiestudenten sich stellten: Wenn Gott allmächtig ist, ist er dann in der Lage, einen so schweren Stein zu erschaffen, den er selbst nicht mehr heben kann ? In dieser einfachen Frage schon deutet sich bereits etwas von der Problematik an, über Gottes Allmacht. Tiefer jedoch reicht der folgende Gedanke, der unzähligen Menschen täglich auf der Seele brennt: Wenn Gott allmächtig ist, warum lässt er dann so unendlich viel Leid auf der Erde zu ? Gerade jetzt in der Corona-Krise hält sich der allmächtige Gott versteckt, wo schwere Angst und sogar der Tod die ganze Welt bedrohen. Tote werden in Massengräber gelegt, ohne Anwesenheit der nächsten Verwandten. Gottesdienste werden verboten, der Auferstehungstag ist gefährdet. Not und Hunger treten auf. Die Unvernunft triumphiert ! Die Betonung der Allmacht Gottes kann den Glauben in Sackgassen führen, die manchen Menschen zur Verzweiflung treiben.
Ich glaube, da hat Gott, der Herr, diese Sackgassen erkannt und sich darum aller Menschen erbarmt. Er selber wurde Mensch, wurde geboren in einem Stall, in größter Armut, war in Windeln gewickelt, seine Eltern mussten mit ihm nach Ägypten flüchten. Die Bibel zeigt uns Gott als den, der mit Menschen leidet, der bei uns ist, mitten unter uns, der nicht Furcht und Angst verbreitet und noch weniger Gewalt, sondern stattdessen verkündigen lässt: Fürchtet euch nicht, in der Welt habt ihr Angst, doch ich habe die Welt überwunden. Er geht in Jesusu Christus bis zum Tode am Kreuz, wo Sünde und Tod besiegt wurden. Jesus Christus ist der Gott, der Gerechtigkeit, Freiheit und Frieden schafft ! Vertrauen wir ihm, dem Auferstandenen von Herzen, so wird er unser Bitten und Flehen hören, und auch darauf antworten.
Ein Schlussgedanke: Jemand fragte einmal einen alten, weisen jüdischen Gelehrten: Rabbi, erkläre mir: Warum können heutzutage so viele Menschen Gott nicht mehr erkennen.? Der Rabbi entgegnete: Weil sich niemand mehr so tief bücken mag. 
Sich tief bücken, um Gott zu erkennen, sich selbst ganz klein machen, weil Gott sich auch ganz klein gemacht hat und auf der Seite der Niedrigen steht. Das gibt der Rabbi als Weisheit weiter, das ist auch genau die Sichtweise Jesu, die uns als Christen gut ansteht. 
Der Prophet Jesaja hat seinen Mitmenschen in jenem erbarmungslosen Überlebenskampf Mut und Hoffnung verliehen, so dass sie kurz darauf das Wunder der Freiheit erfahren durften. Doch Unterdrückung und Unfreiheit weichen solange nicht aus der Welt, wie die Herzen der Menschen nicht zu jener Liebe finden, die Jesus vorgelebt hat. Denn seine Liebe ist unvergleichlich ! Und unvergleichlich ist Gott ! Er gibt Mut und Kraft zum Überleben ! Amen

Lied 311, 1-5
Gebet:
Allmächtiger Gott und Vater, wir loben und preisen dich, dass du deinen Sohn Jesus Christus vom Tode erweckt hast. Du hast ihn siegreich aus dem Grab herausgeführt. Dafür danken wir dir und bitten dich: lass auch uns in der Kraft deiner Auferstehung den Tod überwinden, damit wir in einem neuen Licht wandeln.
Gieße deinen Segen über alle aus, die an der Botschaft der Auferstehung fest halten. Lass dir befohlen sein allen Regierenden dieser Erde, dass sie für die vielen Menschen, die ihnen anvertraut wurden, in reiner Nächstenliebe sorgen. Ihre Entscheidungen sind oft schwerer als angenommen, weil sie auf der breiten Front des Lebens wirken müssen. Auch an die vielen Helfer in dieser Krise denken wir, gib ihnen Kraft und Mut für die vielen Kranken zu sorgen und segne ihre helfenden Hände. 
Wir bitten dich aber auch von Herzen: mache dieser Viruskrise, dieser Pandemie und auch der Angst, die uns ergriffen hat, ein Ende. Führe bald den Tag herbei, wo wir uns neu umarmen können, wo wir wieder schaffen können, um füreinander zu sorgen. Wir denken auch an unsere Familien, an die vielen Armen und Kranken, der Notleidenden und Bekümmerten. Erbarme dich ihrer und tröste die Sterbenden. Erquicke alle mit der frohen Botschaft, dass der auferstandene Heiland lebt und regiert, dass er seine rettende Hand über sie hält zu Trost und Hilfe.
Herr, unser Gott, du hast uns durch deinen Sohn aus dem Tod zum leben berufen; - so wandle auch uns durch die Kraft der Auferstehung, dass wir, von Sünden befreit, dir leben und dich loben von jetzt an bis in Ewigkeit. Amen.


Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute,
und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Segen
Der Herr segne und behüte uns.
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über uns und sei uns gnädig.
Der Herr erhebe sein Angesicht auf uns und gebe uns Frieden.
Amen

Hauptgottesdienst am Ostersonntag 12.04.2020

veröffentlicht um 11.04.2020, 02:23 von Christian Chelu   [ aktualisiert 17.04.2020, 09:06 von Christian Chelu ]

Hauptgottesdienst  am Ostersonntag 12.04.2020, Pfarrer Kurt Boltres

Im Namen Gottes, des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen

Lied EG. 73,1-4


Tagespsalm Nr. 68 „Der Sieg Gottes“

Gebet:
Allmächtiger, himmlischer Vater. Du hast durch den Tod deines Sohnes die Sünde und den Tod zunichte gemacht und durch sein Auferstehen Unschuld und ewiges Leben wiedergebracht, auf dass wir von der gewalt des Bösen erlöst in deinem Reiche leben. Wir bitten dich: Hilf uns, dass wir deinen Sieg von ganzem Herzen Glauben und in diesem Glauben beständig dich allezeit loben und dir danken durch unsern herrn, Jesus Christus, der mit dir in der Einheit des Heiligen Geistes lebt und regiert von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen 
Wirt lesen das Predigtwort des heutigen Tages:
Nun aber ist Christus auferstanden von den Toten und der Erstling geworden unter denen, die da schlafen.        1.Korinnther15,20

Der Grundton zum Leben ist gegeben
Liebe Schwestern, liebe Brüder,
Zu Ostern, vor einem Jahr, jubelte ich mit den Worten:
„Heute haben wir einen wunderschönen Gesang in der Kirche. Die Stimmen unseres Kirchenchores dringen hell und klar bis in die weitesten Ecken der Kirche. Es ist ein Genuß diesem Gesang zuzuhören.“
Doch heute im Coronus-Jahr 2020 klingt es anders. Die Kirche ist leer. Hie und da erklingt eine Orgel, der Kirchendiener ist anwesend und der Pfarrer spricht zu leeren Bänken. Er spricht für sich. Ein Chorgesang wird von einem Recorder abgespielt, die technik macht Vieles möglich. Hören wir erst hin und lauschen andächtig.
Doch das Hören genügt nicht allein. Wir müssen auch beobachten, um den Wert eines Gesanges zu begreifen; dem Gloria der Auferstehung nämlich, welches von Chören heute mancherorts auf der weiten Welt, trotz Kirchensperre gesungen wird. So auch hier eine Chormusik, die an unserem inneren Auge vorbeigeht. Wir erinnern wir uns an frühere Zeiten. 
Vor jedem Gesang nimmt der Chordirigent die Stimmgabel zur Hand und gibt den Ton an. Er richtet sich nach dem Kammerton, nach dem Grundton, dem absoluten „a“, wie man es in der Musik nennt. Ohne diesen rechten Ton kann kein Chor singen.
Diese Praxis der Musik kann auch als Gleichnis für den christlichen Glauben angesehen werden. Denn auch der Glaube an den auferstandenen Herrn Jesus, in welchen wir hineingetauft wurden,  hat einen Grundton. Für diesen Glauben haben wir bei unserer Konfirmation vor dem Altar Gottes das Bekenntnis abgelegt. Wir haben bekannt: „Ich glaube an Gott den Vater ... und an Jesus Christus ... ich glaube an den Heiligen Geist... Das ist gewisslich wahr. Amen“. Der Grundton dieses Bekenntnisses ist der, dass Gott unsern Heiland Jesus Christus am Ostertage von den Toten auferweckt hat. Und ich kann sagen, die Stimmgabel, die uns diesen Grundton angibt, ist die Bibel. Die Stimmgabel sind die Evangelien der Bibel und die neutestamentlichen Schriften, die dieses bezeugen. Die Stimmgabel ist das bezeugte, das geschriebene und das gehörte Wort von der Auferstehung.
Man muss nur gut zuhören, um den Ton, den das Bekenntnis angibt richtig zu hören und wahr zu nehmen.
Am heutigen Tag, dem Ostertag 2020, wird in der ganzen Welt dieser Glaubenston angegeben. Bereits 12 Uhr nachts begannen in der Welt Kirchenglocken zu läuten und die Menschen riefen sich zu: „Der Herr ist auferstanden – er ist wahrhaftig auferstanden“. Lass uns deshalb auch in diesen Osterton mit einstimmen und leise mitsingen. Es klingt gleich einem Bekenntnis für Gott und Christus, und dies Lied hat viele Verse. Sie besingen alle möglichen Lebenssituationen in denen dieser Osterton wahrgenommen wird. Wir müssen nur aufmerksam zuhören und diese Erfahrungen begreifen.
Wenn aber der Dirigent beim Chorsingen den Ton angibt, dann wird darüber nicht diskutiert. Denn es ist der Basiston, auf den sich das ganze Chorstück aufbaut. Es gibt kein Gutachten, keine Expertise darüber ob dieser Grundton die richtige Höhe und Frequenz hat. Es wird nicht kritisiert ob der Ton zu hoch oder zu nieder ist, sondern es wird einfach beim Zeichen des Dirigenten gesungen. Es wird zwar vorher harmonisch gesummt, um die Tonhöhe der Stimmen richtig ins Ohr zu bekommen, aber dann wird kräftig gesungen. Das innere Ohr kennt schon die Melodie und den Rythmuns. Die akkustische Ausrichtung bewirkt nur der Dirigent mit seinem Können und mit seiner Energie. Der Text jedoch des Osterliedes ist uns bereits von unserer Konfirmation her bekannt, von dem Bekenntnis, welches wir ablegen mussten.
Auch hier können wir wieder Bezug nehmen zu unserem christlichen Glauben. Hier gibt Gott, der himmlische Vater, den Grundton des Glaubens an, er heißt: Jesus ist auferstanden ! Wir haben diesen Grundton vernommen und haben erkannt, dass dieser Glaubenston seit vielen Generationen derselbe geblieben ist. Jetzt wird von uns erwartet, dass wir alle mitsingen, dass wir am Bekenntnis festhalten und danach leben, denn das Wort Gottes, die Stimmgabel ist uns bekannt. Und auch den Glaubnsinhalt, den wir im Bekenntnis festlegten, kennen wir.
Und der Dirigent für unser Glaubensleben ist auch bekannnt. Er hat viele Tonlagen und viele Musikstücke für uns bereit. Es ist kein anderer, als unser Herrgott. Er bestimmt für uns den Rythmus, den Flux dieses irdischen Lebens. Er bestimmt auch bei der akkustischen Aufführung die Stärke der Botschaft. Er bestimmt die Stärke der Trauer, des Leides und er bestimmt den schönen Klang der Liebe, der Güte, der Freude, des Friedens. Und dieser Gott, der Herr des Himmels und der Erde, hat heute durch den Lobgesang allen Singenden und Bekennenden die ewige Seligkeit verheißen.
Doch leider stimmen wir Menschen nicht sofort in diesen wunderschönen und verheißungsvollen Lobgesang ein. Wir fangen vorher an zu untersuchen und zu erklären, und um diesen Grundton herum zu diskutieren. Wir fragen und hinterfragen die Auferstehung, obwohl wir uns dazu bekant haben. Deshalb gibt es Schwierigkeiten bei unserem Gesang. Deshalb gibt es gewollte und ungewollte Disharmonien. Denn unser irdisches Leben, das Leben in dieser Welt, ist auf einen anderen Grundton eingestimmt, als den der Osterbotschaft. Als ich vorgestern einen Freund ermahnte den Gottesdienst im Internet oder Fernsehen zu verfolgen, da antwortete er: „Was springt für mich dabei heraus ?“ Diese Antwort erstickte bei mir jeden Kommentar, ich blieb mit dem Mund offen.
Dies ist auch das Schwierige an der Osterbotschaft und das Schwere an ihrem Grundton. Denn das Bekenntnis zu diesem Grundton ist nicht erklärbar durch unsere menschliche Logik, durch unser Wissen und Verstehen. Es ist nämlich ein Bekenntnis zum Leben aus der Kraft Gottes. Die vielen Außenstehenden betrachten dieses Bekentnis als banal und enttäuschend. Es ist ihnen fremd, weil sie sich nicht angesprochen fühlen wollen. Es ist ihnen fremd, so wie uns der indische oder der chinesische Gesang fremd erscheint, oder so wie ihnen die afrikanische Musik fremd ist. Doch sobald sie näher hinhören, sobald sie sich einfühlen und in der Art und Weise des Gesanges heimisch werden, sieht auch für sie die Welt anders aus. Dann nämlich können sie in das Wunder der Auferstehung mit einstimmen, dieses im Glauben annehmen und den auferstandnen Herrn Jesus als Brücke zwischen Diesseits und Jenseits erkennen.
Denn Christus selber sprich: Ich war tot, und siehe, ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit, und habe die Schlüssel der Hölle und des Todes - Offenbarung 1,18. Und er sagt auch: Wer mein Wort hört und glaubt dem, der mich gesandt hat, der hat das ewige Leben und ist vom Tode zum Leben hindurch gedrungen - Johannes 5,24. Der Apostel ermahnt uns: Das Evangelium ist eine Kraft, die da selig macht, alle die daran glauben. Römer 1,16. Solche Worte aus der Bibel sind die Tonlagen für unser Leben hier und in Ewigkeit.
Lasst uns also in diesen Gesang einstimmen, damit wir die Seligkeit erlangen. Zu diesem Gesang wünsche ich Gottes Sgene. Er ist zwar still und klingt heute einsam, doch dies ist nur ein Übergang. Denn Gott, der Herr, will unser Leben, er sprich zu uns: Ich lebe und ihr sollt auch leben. Johanne 14,19. 
Damit wünsche ich euch allen Frohe Ostern, viel Frieden und Freude im Herzen, sowie ein Leben, welches den von Gott gegebenen Grundton bewahrt. Der Herr ist auferstanden ! Amen

Lied 78,1-5

Gebet:
Allmächtiger Gott und Vater, wir loben und preisen dich, dass du deinen Sohn Jesus Christus vom Tode erweckt hast. Du hast ihn siegreich aus dem Grab herausgeführt und uns zum Bürgen des ewigen Lebens gemacht. Dafür danken wir dir und bitten dich: lass auch uns in der Kraft der Auferstehung den schrecklichen Tod überwinden, damit wir in einem neuen Licht wandeln.
Gieße deinen Segen über uns alle, die wir heute Ostern halten und erfülle alle Christenheit mit neuem Leben. Lass dir befohlen sein allen Regierenden dieser Erde, dass sie für die Menschen, die ihnen anvertraut wurden, in purer Nächstenliebe sorgen. Ihre Entscheidungen sind oft schwerer als angenommen, weil sie auf der breiten Front des Lebens wirken müssen. Auch an die vielen Helfer, ob hauptamtlich oder freiwillig, denken wir. Gib ihnen Kraft und Mut für die vielen Kranken zu sorgen und segne ihre helfenden Hände. 
Wir bitten dich aber auch von Herzen: mache dieser Viruskrise, dieser Pandemie, die die ganze Welt ergriffen hat, bald ein Ende. Mache auch der Angst, die uns ergriffen hat, ein Ende. Führe bald den Tag herbei, wo wir uns wieder umarmen können, wo wir wieder arbeiten können, um füreinander zu sorgen. Wir denken auch an unsere Familien, erbarme dich der Armen und Kranken, der Notleidenden und Bekümmerten. Tröste die Sterbenden und erquicke uns alle mit der frohen Botschaft, dass der auferstandene Heiland lebt und regiert, dass er seine rettende Hand über uns hält zu Trost und Hilfe.
Herr, unser Gott, du hast uns durch deinen Sohn aus dem Tod zum leben berufen; - so wandle uns durch die Kraft der Auferstehung, dass wir, von Sünden befreit, dir leben und dich loben von jetzt an bis in Ewigkeit. Amen.

Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute,
und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Segen
Der Herr segne und behüte uns.
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über uns und sei uns gnädig.
Der Herr erhebe sein Angesicht auf uns und gebe uns Frieden.
Amen
  
Foto: Mihaela Chelu

Andacht Radio Neumarkt

veröffentlicht um 09.04.2020, 03:31 von Christian Chelu   [ aktualisiert: 09.04.2020, 03:51 ]

Mittwoch 08.04.2020 – 14,00  Uhr

Liebe Hörerinnen und Hörer von Radio Neumarkt,

Mein Name ist Kurt Boltres, ich wohne in Neustadt (rum. Cristian-Brasov) im Burzenland, bin ein junger Rentner und betreue noch als evangelischer Pfarrer der siebenbürgischen Kirche A.B. die vakanten burzenländer Gemeinden Rosenau (rum. Rasnov) und Honigberg (rum. Harman).

Nun ja, Nach Palmsonntag hat die Karwoche begonnen.
Die Karwoche, das ist die Woche vor Ostern, die Woche vor dem dem Auferstehungstag. Es ist eigentlich die sorgenvolle Woche, die stille Woche, wie sie sonstwo genannt wird. Und der Mittwoch darin, ist der vierte Tag dieser stillen Tage. Viele Traditionen verbinden uns mit dem Mittwoch der Karwoche. In Jahrhundert langer Zeit ist es zu diesen Tarditionen gekommen. Dieser Mittwoch wird in der Karwoche mit dem Verrat des Judas an dem Herrn Jesus Christus verbunden. Die Ereignisse damals finden jedoch nicht vor den Augen der Öffentlichkei statt, wie auch heute gewisse Dinge nicht der Öffentlichkeit Preis gegeben werden. Hier geht es um verschwörerische und auch intime Dinge, die den Verlauf der Karwoche in Jerusalem bestimmen.
Die Beliebtheit, die sich Jesus durch seine Wundertaten und seine zu Herzen gehenden Worte beim Volk erworben hatte, ließ die Mitglieder des Synhedrions, des Hohen Rates, um ihren Einfluss und um ihre Zukunft fürchten. Zudem hatte Jesus sie noch am Vortag sehr heftig provoziert. Deswegen konnten sie nicht dulden, dass Jesus als Messias gefeiert wird und sich als solcher auch noch am Palmsonntag bejubeln lässt. Dem konnte man nur durch die Beseitigung dieser Person beikommen. So hat es der angesehene Hohepriester Kaiphas auch verstanden, der profetisch verlauten ließ, es wäre besser, wenn einer für das Volk stürbe, als dass das ganze Volk durch ihn zugrunde ginge. Sie berieten daher mit Judas, wie es zu erreichen sei, dass Jesus Christus festgenommen wird, angeklagt und verurteilt werden kann, ohne das Volk aufzuwühlen.
Das Verhalten der Machthaber von heute ähnelt dem der damaligen frappierend. Den Verrat am besten Freund kennen wir. Die Methoden der uns bekannten  „securitate“  sind noch gegenwärtig. Es genügt nur ein kleiner ein Hinweis, um den Freund  in Ungnade zu stürzen. Denuzianten gsb es beinahe in jeder Familie. Machthaber dulden auch keine Abweichler. Sie wollen immer nur das Absolute. So wird auch Jesus zum Opfer seiner Zeit. Doch er tritt mit großem Mut seiner Bestimmung entgegen. Gesalbt von der Frau, mit den langen Haaren, bitete er sich an. Diesmal ist er nicht der Gebende, sondern er ist der Empfangende. Noch ist Zeit die Jünger für das Kommende vorzubereiten.
Doch mit aller Lehre und Anschauung, trifft Jesus nicht die Erwartungen der Mehrheit und auch nicht des Judas Ischariot. Judas, wie auch viele andere Juden, hat auf einen messianischen Umsturz gehofft, doch darin hat er sich bei Jesus getäuscht. Denn die göttliche Befreiung durch Jesus geht einen anderen Weg, nicht den der Gewalt, nicht den einer Revolte oder eines Krieges. Die Römer sind doch nur irdische Statthalter von Jerusalem gewesen. 
Also, denkt auch Judas, weg mit diesem. Plan B muss heran. Und dieser Plan B war kein anderer, als der Verrrat. Für 30 Silberlinge lässt sich Judas Ischariot kaufen, um seinen Jesus zu verraten. Wo, wann und an welchem Ort dieser falsche König zu fassen sei, wird hinter den Kulissen ausgemacht. Dass hier auch gewisse Bedenken einem Menschenleben gegenüber angeführt werden könnten, ist den verblendeten Machthabern fremd. Sie allein wollen bestimmen und auch handeln.
Noch ist Ruhe, noch wissen die Tempelsoldaten nichts von dem mörderischen Befehl. Noch hat kein Hahn gekräht. Noch hat kein Römer in der Unschuld seine Hände gewaschen. Noch wird kein Sünder und Mörder anstelle des Gottessohnes bevorzugt.
Und so bleibt es vorerst am Mittwoch still.
Doch die christliche Tradition bleibt nicht still am Mittwoch in der Karwoche. Vielerorts zeigt sich ein geschäftiges Treiben. Nur meine Großmutter fastete, trotz Hausarbeit an diesem Tag. In unserem Haus war der Mittwoch der eigentliche Putztag, denn am Gründonnerstag war Gottesdienst und am Karfreitag ebenfalls, diese beiden Tage hatten auch ihre traditionellen Rituale. Doch der Mittwoch blieb bis heute der Tag, wo in allen Ecken gesäubert wurde, wo die vielen Fenster des Hauses geputzt wurden, wo von Früh bis Spät die Waschmaschine lief. So zeigt es auch die Tradition der Niederlande, die diesen Tag als den letzten Waschtag vor Ostern bezeichnet. Anderenorts steht der Markt am Mittwoch voller Lämmer, die gekauft werden und den Lammbraten zu Ostern ausmachen. Das Eierfärben wird dem Abend am Karfreitag überlassen. 
Doch mitten in diese Geschäftigkeit des Mittwochs vor Ostern soll die Stille nicht vergessen werden, die Stille dieser Woche, welche mit dem letzten Abendmahl, mit Verrat, mit Gefangennahme, mit Leiden und Sterben am Kreuz verbunden wird. Aus dem Jubel des Palmsonntages soll sogar Grabesstille werden. 
Diese Stille füllen wir nun an mit Gebet und innerer Einkehr. Denn diese Isolation in die wir vom Gesetz her verscheucht wurden, bietet sich ideal dafür an. Wir können doch in unseren vier Wänden nicht die Boxen dröhnen lassen. Wir können auch nicht alleine Zechen und Feiern. Dafür brauchen wir den Nachbarn und der bleibt, wie auch wir, isoliert in seinem Haus. Und mit dem Corona-Virus schwebt auch eine gewisse Angst mit. Die zwingt uns zum Nachdenken, die zwingt uns zum stille werden und zur inneren Einkehr.
Und Gott, der Herr, wird sogar dabei sein, in dieser Stille. So wie er seinen lieben Sohn Jesus Christus in der stillen Woche begleitet hat, so wird er auch bei uns weilen, wenn wir stille werden und zu ihm beten: Herr, sei uns Sünder gnädig ! Wir denken dabei nicht nur an uns, sonder auch an die vielen Brüder und Schwestern in der ganzen Welt und beten auch für sie. Der Herr erhöhre unser Gebet. Amen.

Wir beten
Als die Jünger fragten: „Herr, lehre uns beten“, so taten sie dies, weil sie nicht wussten, wie zu beten. Doch Jesus hat uns gelehrt, nicht nur das Vaterunser zu beten, sondern auch Fürbitte zu leisten für unsere Mitmenschen.
An Tagen, wie diesen, sind wir unseren Nächsten besonders nahe. Denn auch sie spüren die Angst genau so sehr, wie auch wir. Aber auch die Regierenden nehmen wir mit in unsere Gebet, dass sie ihre Entscheidungen nach deinem Willen treffen. Vor allem ist unser Gesundheitswesen über alles gefordert. Stehe deshalb den vielen Ärzten, Assistenten, Pflegern und Freiwilligen bei und schenke ihnen Mut und Kraft, ihrer Berufung nach den vielen Kranken zu dienen. Stärke sie in deiner Gnade.
Herr, unser Gott, du bist reich an Barmherzigkeit und Gnade, und mit deiner väterlichen Fürsorge führst und leitest du unser Leben, erhöre unser Gebet und siehe gnädig herab auf unsere bußfertigen Herzen. Gebiete Einhalt dieser über die Menschheit hereingebrochen Pandemie. Doch du bist der Arzt unserer Seele und unseres Leibes. Verhilf zur Genesung denen, die krank sind, damit sie Dich mit neuen Zungen loben und preisen. Die Gesunden bewahre vor Ansteckung und Panikmache. Entferne alle Krankheit und alles Leid aus deinem Volk und lehre uns das Leben und die Gesundheit als Deine guten Gaben neu schätzen zu lernen.
Trotz der vielen Anstrengungen, werden viele Menschen sterben. Mehr als gewöhnlich. Gib, dass sie in Frieden dahingehen und nimm sie auf in deiner väterlichen Fürsorge.
Gib uns Deinen Frieden und erfülle unsere Herzen mit einem starken Glauben an Deine väterliche Fürsorge, mit Hoffnung auf Deine Hilfe und mit Liebe zu Dir und unserem Nächsten.
Wir bitten dich aber auch für unsere Lieben, mit denen wir verbunden sind, für unsere Eltern, für unsere Frauen und Männer, für unser Kinder und Enkelkinder. Wir denken auch an unsere Verwandten in der Nähe und in der Ferne, an unsere Freunde und Bekannten. Wir bitten die für alle Menschen ob gesund oder krank, ob glücklich oder in Not, ob zufrienen oder in Sorgen, ob in Freude oder in Angst ... und in der Stille beten wir für sie, und nennen ihre Namen. Herr, erhöre unser Gebet.



Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute,
und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Segen
Der Herr segne und behüte uns.
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über uns und sei uns gnädig.
Der Herr erhebe sein Angesicht auf uns und gebe uns Frieden.
Amen

Pfarrer Kurt Boltres

Hausgottesdienst Sonntag Palmarum - 05.04.2020

veröffentlicht um 07.04.2020, 00:18 von Christian Chelu   [ aktualisiert: 07.04.2020, 00:49 ]

Hausgottesdienst Sonntag Palmarum - 05.04.2020 - Pfarrer Kurt Boltres



Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit uns allen Amen.


Wir lesen das Predigtwort für Palmsonntag, geschrieben bei Markus 14,3-9


3 Und als er in Betanien war im Hause Simons des Aussätzigen und saß zu Tisch, da kam eine Frau, die hatte ein Glas mit unverfälschtem und kostbarem Nardenöl, und sie zerbrach das Glas und goss es auf sein Haupt. 

4 Da wurden einige unwillig und sprachen untereinander: Was soll diese Vergeudung des Salböls? 

5 Man hätte dieses Öl für mehr als dreihundert Silbergroschen verkaufen können und das Geld den Armen geben. Und sie fuhren sie an.

6 Jesus aber sprach: Lasst sie in Frieden! Was betrübt ihr sie? Sie hat ein gutes Werk an mir getan. 

7 Denn ihr habt allezeit Arme bei euch, und wenn ihr wollt, könnt ihr ihnen Gutes tun; mich aber habt ihr nicht allezeit. 

8 Sie hat getan, was sie konnte; sie hat meinen Leib im Voraus gesalbt für mein Begräbnis. 

9 Wahrlich, ich sage euch: Wo das Evangelium gepredigt wird in aller Welt, da wird man auch das sagen zu ihrem Gedächtnis, was sie jetzt getan hat.

Kostbarer Augenblick 

Liebe Schwestern und Brüder,

Wenn wir einen Blick in unsere Zeitungen werfen, oder auch die TV-Sendungen über unsere nationalen „VIPS“, oder die Sendung „romanii au talent“ oder die spannenden Serienfilme verfolgen, so überkommt uns oft das Gefühl einer besonderen Anteilnahme. Denn manche dieser Persönlichkeiten aus dem Showbusiness, oder aus der Politik sind uns, ehrlich gesagt, sympathisch und wir möchten gerne einen Augenblick in ihrer Nähe verweilen. Das verleiht uns, so meinen wir, einen kleinen Abglanz ihrer imposanten Persönlichkeit. Dieser Gedanke stammt nicht von mir, sondern er ist überliefert und ist eigentlich charakteristisch für jeden unter uns. Ich muss jedoch um dieses zu erklären einige Alltagsbeispiele zur Hand nehmen. 

Meine Tochter hat in ihren Kinderjahren Sissi-Filme überaus gerne gesehen. Es wurden ihr von ihren Großeltern aus Deutschland große Poster mit Romy Schneider, als Kaiserin Sissi, geschickt, die sie an Türen und Wände klebte und ich musste am Sonntag ins Videogerät den, und immer gleichen, Sissi-Film einlegen, ja gerade dann wenn das Ausruhen mir nach vielen Gottesdiensten so wichtig war. Meine Tochter hingegen konnte sich nicht sattsehen an dieser besonderen Ausstrahlung einer Sissi-Persönlichkeit, die beinahe vergöttert wurde. Als gütiger Vater und um den Hausfrieden zu wahren, habe ich diesen Zustand geduldet, eben weil es von meiner Tochter kam. 

Nun ich kann sagen, dass mich, obwohl ich einen gewissen Komplex gegenüber VIPS (sprich Persönlichkeiten) habe, dass mich ein solch faszinierendes Gefühl auch einmal ergriffen hat. Als der verstorbene König Michael nämlich zum ersten Mal im Burzenland weilte und die Tartlauer Kirchenburg besichtigte, da hatte ich dieses Gefühl. Der Empfang vor der Kirchenburg war besonders aufregend für mich. Nur die Hand musste ich ihm reichen und ihn begrüßen, doch darüber hatte ich vorher schlaflose Nächte gehabt. Es wurde ihm in der Burg doch nur Striezel und ein Glas Wein nach sächsischem Brauch gereicht. Aber der Empfang, der hatte es an sich. Und in meinen Vorstellungen sah es ganz anders aus, als es dann in Wirklichkeit auch geschehen war. Doch in dem Moment der Berührung hatte ich das Gefühlt zumindest etwas vom königlichen Abglanz zu verspüren. Man sagt im Volksmund, dass man sich nach einem Händedruck mit einer Persönlichkeit, die Hand eine Woche lang nicht waschen sollte. Ich hab´s nicht getan. Ich bin kein Fan der Monarchie und auch der Diktatur nicht.

So ähnlich, liebe Gemeinde, dürfte es auch den Leute ergangen sein, die sich nahe bei Jesus Christus aufhielten – die Jünger, die Mitläufer, die vielen Bewunderer und Fans. Einige Tagen vorher,  sind diese Bewunderer direkt neben ihm in Jerusalem eingezogen, haben Palmzweige von den Bäumen gerissen, haben ihre Kleider ausgebreitet und haben den Jubel der großen Menschenmenge genossen. Sie hatten es geschafft, aus der anderen Volksmasse hervor zu ragen, sie fühlten sich aus den normalen Lebensumständen herausgehoben, weil sie einen Abglanz dieser besonderen Ereignisses erleben durften. Welch seelige Stunde !

Doch in diese jubelnde Atmosphäre platzt diese Frau hinein. Ob sie die Frau des Simon ist, den Jesus kurz vorher vom grausamen Aussatz befreit hatte, wissen wir nicht. Aber wir können es annehmen, dass diese Frau wohl auch aus Dankbarkeit gehandelt hat. Nun, erst einmal hat sie es geschafft, dem Herrn Jesus ganz nahe zu sein. Das war hier gar nicht so schwierig, wie sie es zunächst befürchtet hatte. Immerhin redeten die Leute schon seit etlichen Tagen von nichts anderem, als von diesem Mann, diesem Jesus, der einen ganz besonderen Draht zu Gott haben sollte. Endlich kommt hier einer, der nicht mit solchen Glaubensgesetzen diktiert, die man ja nicht halten kann. Endlich hört man einen, der verspricht, dass Gott der Herr liebevoll ins Herz sieht und nicht streng auf die Vorschriften und Paragraphen. Den Leuten macht er klar, dass die verstockten Herzen der Gesetzeshüter keine Seligkeit versprechen.

Dieser Frau nun imponiert Jesu, sie findet ihn sympathisch. Sie war auch dabei, als Jesus auf dem Esel in Jerusalem ankam. Sie hat auch die jubelnden Menschen gesehen; - und die kopfschüttelnden Menschen ebenfalls. Und die versteinerten Mienen der Religionsvertreter (der Priester und Pharisäer) hat sie auch gesehen. Auch ihre Freundinnen hatten darüber gesprochen, was sie denn von Jesus bekommen könnten, wenn sie ihn träfen. Denn er hatte ja so vielen Menschen geholfen und hatte unendlich viele Wunder getan.

Aber im Herzen dieser Frau, in den christlichen Legenden wird sie Maria genannt, war mehr und mehr der Wunsch gereift, diesem außergewöhnlichen Menschen, diesem Jesus etwas zu schenken, etwas zu geben, - und nicht nur von ihm etwas zu bekommen. Da war ihr gleich das Öl im kostbaren Fläschchen eingefallen, das sie, vor langer Zeit, für einen besonderen Moment aufgehoben hatte, ohne zu ahnen, welcher das eigentlich sein sollte. Jetzt war er da. Sie spürte das. Jetzt war der Augenblick da, wo sie dieses kostbare Öl für eine gewissen Zweck genießen konnte. Eine Mischung aus Faszination, Interesse und freundlicher Erwartung erfüllt sie. 

Ich hatte damals, als der König zu Besuch war und ich ihn in Tartlau traf, nichts für ihn vorbereitet. Ich hatte eher davon geträumt, dass er die Zügel des Landes wieder in die Hand nähme und uns Wohlstand bringen würde. Nicht im Geringsten hatte ich einen Gedanken gehabt, diesem hohen Herrn auch nur eine Blume oder ein anderes Erinnerungsstück zu schenken, auch nicht ein kostbares Erbstück.

Aber heute lässt mich diese Entscheidung der Frau im Predigttext nicht los. Sie hatte die Nähe des Heilandes Jesus empfunden und sie tut etwas, was normal denkende Menschen nicht verstehen können. Sie bricht das Ende des Alabasterfläschchens ab – das, was wir heute als medizinische Ampullen kennen -, sie lässt den herrlich duftenden und öligen Inhalt über Jesu Haupt rinnen, und streicht sanft mit ihren weichen Händen über den Kopf des Heilandes. Jesus, schließt dabei die Augen, er atmet ganz ruhig diesen kostbaren Duft ein, und seufzt leise. Ein Augenblick der Faszination. Dieses Handeln gleicht doch einer Filmszene, so romantisch, so eindrucksvoll und liebevoll, kann sie dargestellt werden. Es ist, wie wir hören, die richtige Tat zum rechten Zeitpunkt und am richtigen Ort. Es ist ein Moment des echten Friedens. Ein Moment in welchem die Seele der Frau und die Präsenz des Heilandes Einklang finden. Die Verschwendung und die Kosten von 300 angedeuteten Silbergroschen verlieren in diesem Moment für diese Frau an Bedeutung. Glückseeligkeit pur !

Die Oberen des Volkes von Jerusalem sehen dieses Handeln jedoch anders. Weil sie Jesus nicht akzeptieren können und gerade weil Jesus sich kurz vorher beim Einzug in Jerusalem als König feiern und bejubeln ließ. Sie können dieses Geschehen nicht einfach schlucken. Sie deuten es als Verschwendung und nicht als Verehrung. 

Damals herrschte nämlich der Brauch, dass die Schüler ihren Gesetzeslehrer, ihren Rabbi, aus Ehrfurcht und besonderer Verehrung mit wohlriechenden Ölen (Parfüms) bespritzten. Dies hatte den Sinn einer besonderen Ehrerbietung, etwa ähnlich eines Geschenkes, oder eines Blumenstraußes.

Aber bei Jesus war die Verehrung durch die Menschenmenge schon geschehen. Nicht die Oberen des Volkes hatten ihn verehrt, sondern das Straßenvolk von Jerusalem. Es hatte Palmzweige ausgebreitet und einige sogar ihre Kleider. Man hatte ihm mit Hosiannah zugejubelt und das nicht heimlich, sondern mit voller Begeisterung. So ist Jesus ganz öffentlich verehrt und als „Sohn Davids“ ausgerufen worden, als König. 

Das wollten doch die Juden (Zeloten) zu jener Zeit. Die Römer sollten endgültig besiegt werden und aus Jerusalem verschwinden. Aber Jesus wollte das nicht. Es war nicht seine Aufgabe. Er wollte seinen Frieden in die Herzen der Menschen legen, einen Frieden, der aus friedlichen Mitteln kommt, selbst wenn diese mit Leid und Schmerzen verbunden sind. Frieden kann nur werden, wenn Menschen mit sich selbst Frieden machen und dann auch mit ihren Mitmenschen - ja, selbst mit den Römern. Deshalb ist Jesus auch auf einem Esel in Jerusalem angekommen und nicht auf hohem Ross oder einer Limousine - ob das die Menschen damals wohl verstanden haben ?

Jesus war auch kein Mensch für ein hohes Ross. Er war kein König der goldenen Kutsche und der königlichen Aufmachungen, wie wir sie jetzt im Fernsehen sehen, wenn die großen Vorbereitungen für Prinzenhochzeiten gezeigt werden. 

Hier wird Jesus in aller Stille von dieser Frau verehrt. Und auf die vermeintliche Verschwendung von 300 Silbergroschen (=150 €) sagt er deutlich und bescheiden: Arme Leute, an denen ihr diakonische Dienste tun könnt, habt ihr jederzeit unter euch, aber mich nicht. Damit deutet er auf die letzte Zeit hin, die er noch unter Menschen weilen wird. Dass diese Salbung gleichzeitig eine Todessalbung für Jesus gewesen ist, das haben die Jünger eigentlich nur später verstanden. Diese Geste der Salbung wird heute als Verehrung und als Zeichensetzung für sein Begräbnis gesehen. Jesus war ja diesmal nicht mehr der Gebende, sondern der Empfangende, für den etwas Kostbares gegeben und geopfert wurde.

Außerdem, war seine Präsenz für diese einfache Frau aus dem Volk von besonderer Wichtigkeit, sonst hätte sie nicht die kostbare Narde mit Salböl für Jesus geopfert. Doch dieser Augenblick, in welchem sie die besondere Ehrerbietung zeigen konnte, war für sie lebenswichtig. Denn da hat sie Mut geschöpft und hat den Segen, der von Jesus ausging genießen können. Sie hat etwas, was von der Herrlichkeit des Gottessohnes ausging abbekommen. 

Ich muss damit offen bekennen, dass ich mir manchmal auch wünsche solch einem Augenblick zu erleben und direkt im Blickkontakt mit meinem Erlöser zu stehen. Aber auch anders geht es ähnlich. Wenn ich in der Nähe unseres Bischofs stehe oder in der Nähe anderer bekannter Persönlichkeiten, so kann ich mich nicht eines besonderen Empfindens verwehren. Es ist etwas dran. Denn manche dieser markanten Persönlichkeiten stehen tatsächlich unter der besonderen Gnade Gottes und werden vom Segen begleitet. Der Augenblick der Tangierung sagt es aus. Denn bei solchen Ereignissen herrscht wohl immer Frieden und innerer Enthusiasmus.

Doch jetzt haben wir einen Virus unter uns. Dieser will solche Momente stören. Dieser will uns entfremden. Dieser will uns isolieren. Dieser will uns trennen. Dieser will uns anstecken. Dieser will uns töten.  Dieser will uns davon abhalten in der Kirche das Hosiannah zu rufen. Er will uns davon abhalten „aufzusehen auf Jesus, den Anfänger und Vollender unseres Glaubens“. 

Doch wir geben nicht auf und beten in unseren vier Wänden um den Frieden, den die Welt nicht geben kann. Wir beten als gesegnete Kinder Gottes für Einheit, Brüderlichkeit und Frieden. Wir Beten für Gesundheit, für Liebe und Freundlichkeit. Wir beten für einen  starken Glauben, für Gnade und Barmherzigkeit. Wir beten für Erlösung und ewiges Heil in Jesus Christus. Wir beten voller Zuversicht und voller Hoffnung für diese Zeit und für die Ewigkeit.

Wir beten aber auch für solche Situationen, wie sie diese Frau im Predigtext erlebt hat. Sie ist beschenkt worden und hat gleichzeitig schenken können, eine erfreuliche Sache. Es ist eine Situation, die in keinem Projekt vorbereitet und diskutiert werden kann, sondern  dieser Augenblick kommt ... wenn er kommen soll, nach Gottes allmächtigem Willen. Amen.


Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus. Amen


Epistel für Palmsonntag – Philipper 2,5-11

Liedvorschlag EG 60,1-6


Gebet:

Heiliger Gott, barmherziger Vater, du hast deinen Sohn Jesus Christus um unseretwillen den Tod am Kreuz sterben lassen. Du hast ihn darauf verherrlicht und ihm den Namen gegeben, der über allen Namen steht. So gib uns den Glauben, dass wir diese Tat deiner Liebe verstehen und gib uns den Mut Zeugen deiner großen Barmherzigkeit zu werden. Führe auch bald den Tag herbei, wo sich die Knie der Menschen beugen und sich zu Christus bekennen.

Wir bitten dich auch für deine Kirche auf Erden, die jetzt von besonderer Not bedrängt wird, die aber Frieden findet unter deinem Kreuz. Stehe ihr bei mit der Kraft des Heiligen Geistes, dass sie sich in  dein Erbarmen fügt. Wir bitten dich für die vielen Menschen, die von der unermesslichen Not dieser Zeit betroffen sind. Wehre dieser Coronakrankheit und erbarme dich unser. Schenke Ärzten und Helfern Kraft zum Durchhalten. Schenke den Betroffenen Mut und deinen Trost. Stärke unsern Glauben.

Herr, erbarme dich unser und schenke Versöhnung und Frieden, wo Angst und Schrecken herrschen. Wir bitten dich für alle, die unter der Last des Lebens leiden, für die Kranken, Trauernden und Sterbenden. Wie bitten dich für die Einsamen, Verlassenen und Verzagten, für alle die in Versuchung und Anfechtung sind. Zeige ihnen das Heil in Jesus Christus und schenke ihnen deinen Frieden. Denn dir, allmächtiger Herr, ergeben wir uns mit allem, was wir sind und haben. Alles, was unsere Herzen bedrückt und unsere Seelen beschäftigt sagen wird dir in der Stille, und wir bitten dich: erhöre uns ! ...... Segne uns nach deinem Wohlgefallen. Amen


Vater unser


Es segne und behüte uns Gott, der Allmächtige, 

der Vater, der Sohn und der Heilige Geist.


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