Hausgottesdienst am 2. Trinitatissonntag, dem 21. Juni 2020

Hausgottesdienst am 2. Trinitatissonntag dem 21.06.2020, Pfarrer Kurt Boltres

Im Namen Gottes, des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen

Tagespsalm Nr. 36 „Der Reichtum der Güte Gottes“

Gebet:

Allmächtiger Herr und Gott, der Vater, der Sohn und der Heiliuger Geist. Du bist die Quelle des Lebens, ohne dich ist unser Wort leer. Du speist die Hungrigen, du erquickst die Müden und wandelst die Traurigkeit in Freude. Mühselig und beladen treten wir vor dich. Wir heben unsere Hände zu dir empor und bitten dich: Herr erbarme dich unser !

Wir lesen Gottes Wort im Evangelium des Matthäus 11,25-30

25 Zu der Zeit fing Jesus an und sprach: Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, weil du dies den Weisen und Klugen verborgen hast und hast es den Unmündigen offenbart. 26 Ja, Vater; denn so hat es dir wohlgefallen. 27 Alles ist mir übergeben von meinem Vater; und niemand kennt den Sohn als nur der Vater; und niemand kennt den Vater als nur der Sohn und wem es der Sohn offenbaren will.

28 Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken. 29 Nehmt auf euch mein Joch und lernt von mir; denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen. 30 Denn mein Joch ist sanft, und meine Last ist leicht.

Die Einladung

Liebe Schestern und Brüder, liebe Gemeinde,

Wir leben in einer neuen Zeit. Das sieht man an allen Ecken, im Haus, im Hof, in der Familie, in der Gesellschaft, im Land und auf der Erde. Neue Technologien erleichtern oder erschweren unser Leben. Und wir haben es in dieser neuen Zeit mit viel Werbung zu tun, denn die Werbung wird als Basis des wirtschaftlichen Wachstums angesehen. Ohne das Angebot für welches geworben wird, geht heute nichts. Viele Leute ärgern sich darüber, wenn mitten in einem spannenden Film auf Werbung umgeschaltet wird. Ich ärgere mich über gute Nachrichten, die dann plötzlich von einer Werbung im Fernsehen unterbrochen werden. Da habe ich gelesen, dass es bereits Fernseher geben soll, die bei der Einblendung von Werbung einfach Bild und Ton abschalten. Doch die Werbung begegnet uns nicht nur im Fernsehen oder im Internet, sondern sie verfolgt uns sogar bis ins Haus. Man findet dann Werbungsbroschüren im Postlädchen, manchmal soviel, dass sie durch den Schlitz beim Postfach gar nicht durchgeht. In Deutschland habe ich gesehen, dass auf manchen Briefkästen die Aufschrift zu lesen ist: „Bitte keine Werbung“. Doch die Post muss alle Sendungen zustellen, auf denen ein Name und eine Anschrift versehen ist, sogar mit den Beilagen an Werbung und Fernsehprogrammen.

Es gibt jedoch auch andere Werbungen, denen sich niemand entziehen kann. Es gibt die riesigen Plakate auf den Straßen, an Autos und Bussen, an Haltestellen und Bahnhöfen, an Häuserfassaden und Fabrikshallen. Nicht einmal die wertvollen Denkmäler werden dabei verschont.

Heute liegt eine andere Art der Werbung vor uns. Man trifft sie nicht in Plakaten auf Straßen und Bahnhöfen an, man trifft sie auch nicht in den Medien an. Diese Werbung ist einfach da. Sie wurde von unserem Heilnad Jesus Christus ausgesprochen: „Kommt her zu mir“ – spricht er uns an „ Kommt her, alle, die ihr mühselig und beladen seid, ich will euch erquicken“

Es ist keine aggressive Werbung, die uns angeboten wird. Es ist auch keine informative Einladung, oder eine intuitive Werbung. Sie will uns nicht vertrösten, sondern sie will uns einfach einladen, alle Sorgen und Nöte vor den Herrn und Heiland zu bringen. Sie will uns auffordern, alle Trübsale zu jedwelcher Stunde dem Heiland anzuvertrauen. Sie will uns ermahnen in dem Sinne, dass alle Lasten des Lebens von Jesus Christus mitgetragen werden.

Ein Marketingexperte und Werbefritze würde da gleich in die Luft springen und sagen: „Mensch, das ist eine gute Werbung für das Volk, warum tretet ihr damit nicht in die Öffentlichkeit ? Warum schreibt ihr nicht große Bibelzitate, als Werbesprüche natürlich ? Die Worte der Bibel haben doch schon 2000 Jahre bestand !“

Nun gut ... sollten wir heute ein riesiges Plakat vor den Kircheneingang stellen, mit der Aufschrift: „Jesus lädt dich ein !“, so würden alle Leute daran vorüber gehen, und keiner würde, nicht einmal aus Neugierde, diesen Ort besuchen. Auch eine Leuchtreklame mit Musikbegleitung und derselben Aufschrift hätte keinen Effekt. Jedoch, wenn ein Plakat für Kirchenkonzert, für Kirchenkaffee, für Kirchentour oder Kirchweihfest auftauchen würde, so wäre gleich die Frage da: „Wie, wo, wann, wer ...?“ Doch leider sind unsere kirchlichen Werbungen ohne Plakate versehen. Ob nicht auch bei Packungsbeilagen noch zu lesen ist: „Für Risiken und Nebenwirkungen ist der liebe Gott zuständig !“ Dann fragen wir uns: „Eine solche Werbung will die Menschen gewinnen ?“ In der weltlichen Branche denken sich die Werbefachleute Bilder aus und verlockende Texte und liebliche Töen oder schrille Musik, um die Werbung attraktive zu gestalten.

Die biblische Sprache kennt das nicht. Wir fragen uns jedoch: Darf es Werbung in der Kirche geben ? Darf der Christ mit Werbesprüchen überhäuft werden ? JA – ABER. Die kirchliche Werbung hat einen anderen Ton. Sie ermahnt zu Behutsamkeit und zu Respekt den anderen Menschen gegenüber. Sie erinnert in der Verkündigung des Wortes Gottes an Gottes Gebote und an die Wirklichkeit Gottes. Sie zeigt anhand von historischen Begebenheiten und Gleichnissen, wie wichtig der Glaube an Gott für unser Leben ist.

Die Einladung in der Form einer biblischen Werbung geht zu den Mühseligen und den Beladenen. Für diese Kategorie von Menschen soll geworben werden. Damit sind die Leute gemeint, die voller Nöte und Sorgen sind und unter den erdrückenden Lasten dieser Zustände zusammen brechen. Diese Menschen die unter den Alltagslasten einknicken, werden hier angesprochen. Ihnen gilt die Einladung und ihnen gilt auch der Zuspruch – „mein Joch ist sanft und meine Last ist leicht“. Sie sollen durch die Kraft Gottes getröstet werden und ihnen soll die Hilfe Gottes zugesichert werden. Das sind nicht nur begehrte Worte zum Hören, sondern auch zuversichtliche Worte, die die Hoffnung stärken sollen.

Jedoch nicht nur im Hören, sondern auch im ganzen Tun des Menschen, soll es diese Zuversicht und Hoffnung geben. „Nicht Hörer des Wortes Gottes, ... sondern auch Täter, sollen wir sein“ !

Und gerade darin liegt der Haken, an dem wir hängen bleiben. Wir hören doch diese Worte, ob mit einem Ohr oder mit beiden Ohren. Doch sie bewirken kein rechtes Klingeln in unserem Bewusstsein, weil wir sie oft nicht mit Herz und Seele hören. Die Worte gehen an unseren Ohren somit vorbei und unser Glaube rührt sich nicht, unser Herz und unsere Seele bleiben im gleichen Schritt. Nichts tut sich. Und ein anderes Problem tut sich dabei auf.

Es fehlt uns der Mut, der Ansporn, die Kraft rechte Täter dieses Wortes zu sein. Wir analysieren zuerst einmal, ob der andere, dem geholfen werden soll, auch wirklich der Hilfe wert ist ? Man will doch schließlich und endlich nicht als Dummer datehn ! Es gibt ja auch noch andere Menschen, denen geholfen werden kann. So schiebt man es auf die lange Bank, weil die Auswahl für die zur Verfügung stehenden Mittel, schwer fällt. Wer die Wahl hat, hat die Qual ! Und mit diesem langen Zögern, dem Hin und Her für die Hilfe, tritt man auf der Stelle, bis es zu spät ist. Zu spät für den Bedürftigen und zu spät für sich selber ! Dabei gibt Jesus Christus genaue Weisungen: die linke Hand soll nicht wissen, was die rechte tut ! Jesus Christus hat doch auch gegeben. Er hat mit beiden Händen gesegnet, ohne Unterschied, hat Menschen geheilt, hat Menschen gespeist und hat sein Leben dafür eingesetzt, dass Erlösung, Ewiges Leben und Heil den Menschen möglich wird.

Für diese Taten hat die Kirche nicht geworben. Sie hat sie verkündigt, als das reine Wort Gottes. Und viele Menschen, die diese Verkündigung aufgenommen haben, wurden in ihrem Glauben gestärkt, sie wurden in ihrem Leben von der Kraft Gottes begleitet und sie wurden für viele andere Menschen ein Segen. Sie wurden regelrecht erquickt ! Das geht auch ohne große Werbeplakate. Das geht auch ohne eine Werbestrategie und ohne übereifrige Öffentlichkeitsarbeit der Kirche. Es geht allein durch das große Vertrauen, welches wir dem Heiligen Geist als göttlichem Teil entgegenbringen. Denn der Heilige Geist bewirkt die rechte Werbung und Verkündigung für die Sache Christi und für ein segenreiches Leben unter uns. Wenn wir bitten, so wird uns gegeben, nämlich ein volles und überfließendes Maß. Wagen wir es doch der Einladung unsere Heilandes zu folgen. Amen

Gebet:

Wir danken dir, allmächtiger Gott und Vater, dass du uns deinen Sohn gesandt hast, der uns die Botschaft von der Liebe gebracht hat. Hilf uns, dass wir nicht in unserer eigenen Hilflosigkeit gefangen bleiben und dabei den Mut verlieren dich zu suchen. Deine Einladung möge unsere Herzen und Seelen dazu bewegen, deine Hilfe in wahrhaftigem Glauben auch anzunehmen. Deshalb bekennen wir vor dir auch unsere Bedürftigkeit in vielen Dingen und bitten dich um deine große Hilfe.

Wir beten für deine Kirche auf Erden, für den Bischof und die Prediger des Wortes Gottes, wie auch für die vielen Helfer in unseren Gemeinden. Gib Freude und Mut dein Wort zu verkündigen, deine Wahrheit zu lehren und deiner Gemeinde zu dienen. Erinnere die Christen an das Heil in Jesus Chrisus. Mach es möglich, dass alle Menschen im Glauben zueinander finden und wahre Brüder werden. Lenke die Regierenden zu einem neuen Verständnis für das globale Wohl der Welt. Beseitige duch deine allmächtige Kraft die vielen Gefahren, die uns bedrohen. Lass bald den Tag kommen, da wir aus dieser Weltkrise befreit werden.

Wir bitten dich um deinen Segen für die Notleidenden, die Bedürftigen, die Kranken und Schwachen in unseren Gemeinden, wie auch auf der ganzen Welt. Lass die Menschen zur Vernunft kommen, um der Gemeinschaft mit neuen Kräften und neuen Erkenntnissen zu dienen.

Wir bitten dich für unsere Verwandten, Bekannten und Freunde, in der Nähe und in der Ferne, ob sie in Schwierigkeiten stecken oder ob sie zufrieden sind haben. Sei mit ihnen nach deinem großen Willen und deinem wahrhaften Entscheiden. Sei auch mit den ärztlichen Helfern und unterstütze sie in ihren Initiativen, damit der ganzen Menschheit geholfen werde. Schenke allen Menschen Mut und Kraft zum Bekenntnis.

Wir beten dich an und nennen in der Stille unsere Anliegen, unsere Probleme und auch die Namen derer, die uns besonders am Herzen liegen und bitten dich um deinen Beistand ...

Du, Herr, bist unsere Glaubensstärke unsere Zuvericht und unsere Hoffnung. Dir vertrauen wir und beten dich an, hier und jetzt, sowie in Ewigkeit. Amen


Vater unser im Himmel.

Geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe,

wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute,

und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unsern Schuldigen.

Und führe uns nicht in Versuchung,

sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft

und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.


Segen

Der Herr segne und behüte uns.

Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über uns und sei uns gnädig.

Der Herr erhebe sein Angesicht auf uns und gebe uns Frieden.

Amen